Zoo Zürich
Wenn der Regen die Frösche zur Paarung verleitet

Seit es jeden Morgen und jeden Abend eine Stunde lang schüttet im Terrarium der Tomatenfrösche im Zoo Zürich, geht es vorwärts mit der Paarung. Der Regen bringt die Tiere in Stimmung. Der Kurator träumt davon, dass dereinst bis zu 200 Tomatenfrösche in der Masoalahalle leben.

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Marakely/Glitter-Buntbarsch
4 Bilder
Verborgene Schätze des Masoala-Regenwaldes
Menarambo Buntbarsch
Blick in den Masoala-Regenwald

Marakely/Glitter-Buntbarsch

Zoo Zürich, Martin Bauert

Gross, dick und unbeweglich liegen die Weibchen im Terrarium. Feine orangefarbene Muster schmücken ihre rote Haut. Ab und zu nähert sich ein Männchen - klein, flink und braun wie ein Blatt im Herbst. Aus einer anderen Ecke sind immer wieder aufgeregte gurrende Rufe zu hören.

«Seit wir vor drei Wochen die Beregnungsanlage am Morgen und am Abend auf Dauerregen geschaltet haben, sind die Frösche aktiv geworden», sagte Masoala-Kurator Martin Bauert am Mittwoch vor den Medien im Zoo Zürich. Ausserdem haben die Tiere auf die Sonne und die wärmeren Temperaturen gewartet.

«Die Wärme und der Regen stimulieren die Frösche zur Paarung und zur Eiablage», sagte Bauert. Die Männchen beginnen zu rufen und versuchen, sich auf dem Rücken eines Weibchens festzukrallen, damit sie bei der Eiablage den Laich befruchten können.

28 Tomatenfrösche

Im Terrarium der Masoala-Halle leben 28 Tomatenfrösche, in den Teichen in der Halle noch einmal rund 20. Letztere sehen die Besucher jedoch kaum. Vielleicht kann man den einen oder anderen während der Paarungszeit einmal hören.

Die Zucht funktioniert mittlerweile ganz gut. Bevor der Trick mit dem Regen entdeckt wurde, haben die Zooverantwortlichen lange gepröbelt und experimentiert. «Meine Vision ist es, dass sich einmal 100 bis 200 Frösche in den Weihern in der Halle tummeln», sagte Bauert. «Was für ein Konzert gäbe das in der Paarungszeit.»

Der Tomatenfrosch ist ein versteckt lebender Bewohner der Regenwälder. Obwohl er farblich recht auffällig ist, ist er auch in Madagaskar kaum gesichtet worden, wie der Kurator ausführte. Die Insel weise eine enorm artenreiche, grösstenteils noch unerforschte Vielfalt an Fröschen auf.