Alle rund 2200 Fussgängerstreifen auf Zürcher Kantonsstrassen sind nach einer Unfallserie 2012 auf ihre Sicherheit hin untersucht und teilweise saniert worden. Bei 897 gibt es noch Handlungsbedarf, bei 1165 sind kleine Verbesserungsmassnahmen nötig und 164 werden als optimal eingestuft.

Aber auch auf Fussgängerstreifen, die dem höchsten Sicherheitsstandard entsprechen, gebe es Unfälle, sagte Kantonsingenieur Felix Muff am Dienstag an einer Medienorientierung in Pfäffikon ZH. Deshalb starte die Zürcher Kantonspolizei wieder eine Sensibilisierungskampagne, um auf die Bedeutung der Kommunikation zwischen den Verkehrsteilnehmenden hinzuweisen.

Nach der Unfallserie zwischen Dezember 2011 und Sommer 2012 wurden als Sofortmassnahme an allen Übergängen Signaltafeln montiert und vielerorts Bäume und Hecken zurückgeschnitten. Ein Augenmerk wurde auch auf die Beleuchtung gelegt.

Nur acht Fussgängerstreifen sind laut Muff noch ohne Beleuchtung, möglichst bald solle es gar keiner mehr sein. Allenfalls werden die gelben Streifen aber auch verschwinden, denn kein Fussgängerstreifen sei besser als ein gefährlicher.

Weniger Unfälle, aber zwei Tote

In den ersten acht Monaten dieses Jahres haben sich auf den Fussgängerstreifen auf Kantonsstrassen (ausserhalb von Zürich und Winterthur) 41 Unfälle ereignet, weniger als in der gleichen Zeit der Vorjahre, wie Verkehrspolizei-Chef Frank Schwammberger sagte. Auch die Zahl der Verletzten war geringer, allerdings kamen zwei Personen ums Leben.

Auf keinem der Fussgängersteifen kam es mehr als einmal zu einem Unfall. Dies zeigt laut Schwammberger, dass die Fussgängerstreifen «im Grundsatz sehr sicher» sind. Wenn es künftig an einem Ort eine Unfallhäufung gebe, werde dort sofort gehandelt. Die meisten Unfälle passieren während des Arbeitsverkehrs (zwischen 7 und 10 Uhr sowie zwischen 17 und 20 Jahr), 70 Prozent bei Tageslicht.

Die aktuelle Kampagne der Polizei enthält keine neuen Empfehlungen, sondern ruft Bekanntes in Erinnerung: Fussgänger haben auf dem Fussgängerstreifen zwar Vortritt, sie dürfen ihn aber nicht überraschend betreten. Sie sollen am Strassenrand warten, bis sie feststellen, dass sie gesehen werden und der Fahrzeuglenkende abbremst.

Für jene, die am Steuer sitzen, ist besondere Vorsicht gegenüber Kindern und Betagten geboten. Im Winter seien auch Winterreifen und eisfreie Scheiben wichtig.