Sozialversicherung
Weniger neue IV-Renten und mehr Eingliederungen im Kanton Zürich

Die IV-Stelle der Sozialversicherungsanstalt (SVA) des Kantons Zürich hat 2015 mit frühzeitigen Interventionen verhindern können, dass Menschen mit Beeinträchtigungen neu eine Rente beziehen müssen. Die Zahl der Neurenten sank um 3,1 Prozent.

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Die IV-Stelle konnte 2331 Menschen einen beruflichen Neustart ermöglichen und so Rentenzahlungen verhindern. (Symbolbild)

Die IV-Stelle konnte 2331 Menschen einen beruflichen Neustart ermöglichen und so Rentenzahlungen verhindern. (Symbolbild)

Keystone

Die SVA verzeichnete 2015 insgesamt 12'877 IV-Anmeldungen - 384 oder 3,1 Prozent mehr als im Vorjahr, wie aus dem am Mittwoch publizierten Jahresbericht hervorgeht. In 2407 Fällen wurde eine IV-Rente zugesprochen.

In mehr als zwei Dritteln der Fälle wurde eine ganze Rente verfügt. Dieser Anteil sei seit Jahren praktisch unverändert, schreibt die SVA. In jedem zweiten Fall führte eine psychische Krankheit zu einer Rente.

Die Zahl der Meldungen zur Früherfassung stieg um 2,8 Prozent auf 1627. Fast die Hälfte kam von Arbeitgebern, in 22 Prozent der Fälle waren es die Versicherten selber, die sich für eine Früherfassung angemeldet haben. Von Ärzten stammten 154 Anmeldungen.

Den Anteil der Früherfassungsmeldungen durch Arbeitgeber gelte es weiter auszubauen, da der Arbeitsplatz noch vorhanden sei, wenn der Arbeitgeber mit der IV-Stelle Kontakt aufnehme, heisst es im Jahresbericht. Vor allem der Umgang mit psychischen Problemen am Arbeitsplatz sei für Arbeitgeber eine grosse Herausforderung.

Damit ein Arbeitsplatz erhalten bleibe oder der Neustart in einem andern Unternehmen gelinge, müssten die IV-Fachleute möglichst früh einbezogen werden. Im vergangenen Jahr sprach die IV-Stelle 10'948 Eingliederungsmassnahmen zu - 1258 oder 13 Prozent mehr als im Vorjahr.

Insgesamt konnte die IV-Stelle 2331 Menschen einen beruflichen Neustart ermöglichen und so eine Rentenzahlung verhindern. Die Quote der erfolgreichen Wiedereingliederungen stieg gegenüber dem Vorjahr um 4,1 Prozent.

Mehr Verlustscheine bei Krankenkassenprämien

Über 370'000 Erwachsene, Jugendliche und Kinder im Kanton Zürich haben 2015 aufgrund ihres steuerbaren Einkommens eine individuelle Prämienverbilligung erhalten. Das entspricht einem Anstieg von 10 Prozent.

Die SVA hat den Krankenversicherern gesamthaft 510 Millionen Franken - 31 Millionen mehr als im Vorjahr - für die Reduktion der Prämien überwiesen. Damit das Geld nicht zweckentfremdet wird, erfolgt die Auszahlung direkt an die Krankenkassen.

Als zentrale Koordinationsstelle im Kanton ist die SVA Zürich auch für die Zusammenarbeit mit den Krankenversicherern und für die Abwicklung der Verlustscheine verantwortlich. Im vergangenen Jahr haben die Versicherer fast 33'600 Verlustscheine (8000 mehr als im Vorjahr) über 38,4 Millionen Franken für nicht bezahlte Prämienrechnungen geltend gemacht. In solchen Fällen entschädigt der Kanton die Krankenversicherer mit 85 Prozent des Rechnungsbetrages.

Neue Aufgabe mit nationalem EL-Register

Neben der Prämienverbilligung übernimmt die SVA Zürich ab Januar 2018 eine weitere Koordinationsfunktion. Ab diesem Zeitpunkt wird das nationale Ergänzungsleistungsregister eingeführt. Mit diesem Register sollen Missbräuche verhindert werden. Zudem sind künftig detaillierte Auswertungen zur Kostenentwicklung möglich.

Der Kanton Zürich sei bei der Einführung des nationalen EL-Registers besonders gefordert, weil dieses Geschäft Sache der Gemeinden sei, schreibt die SVA. Seit 2005 können die Gemeinden die Durchführung der Zusatzleistungen an die SVA abtreten. Ende 2015 hatten 65 Gemeinde das komplexe Geschäft an die SVA übertragen.