Die Stadt Zürich sieht die finanziellen Aussichten deutlich weniger rosig als der Kanton. Vollenwyder, der sich gerne als Optimisten bezeichnet, budgetiert die Steuererträge bedeutend weniger optimistisch als die kantonale Finanzdirektorin, Ursula Gut (FDP). Während man beim Kanton dank nochmals stark steigenden Steuereinnahmen im kommenden Jahr positive Zahlen schreiben will, geht Vollenwyder davon aus, dass die Stadt erst 2014 wieder Gewinne erzielt. Dann nämlich sollte es auch den Grossbanken CS und UBS wieder möglich sein, Steuern in erheblicher Höhe abzuliefern.

Was die Steuerprognosen des Kantons angeht, wünscht Vollenwyder natürlich, dass sie möglichst in Erfüllung gehen, auch wenn er nicht so recht daran glaubt.

Ufo in Sternenberg?

«Da müsste ja ein Ufo mit vielen guten Steuerzahlern in Sternenberg landen», scherzte er. In der Stadt Zürich jedenfalls sieht er keinen derart fulminanten Aufschwung, dass das Defizit 2011 zum Verschwinden gebracht werden könnte. Auch 2012 sei nochmals mit einem Fehlbetrag von rund 200 Millionen Franken zu rechnen, und wenn es gut gehe, schliesse man 2013 ausgeglichen ab. Bis der Aufschwung einsetzt, wird man sich mit dem Abbau des Eigenkapitals behelfen.

«Wir müssen zwar weder den Steuerfuss erhöhen noch bei den Dienstleistungen spürbare Abstriche vornehmen», erklärte er, aber man könne sich auch nicht alles Wünschbare leisten. Die Nettoinvestitionen, die sich im nächsten Jahr auf 1016 Millionen Franken belaufen, will man sukzessive auf noch 900 Millionen Franken reduzieren. «Wir werden also Prioritäten setzen müssen», sagte Vollenwyder.

Zusätzliches Personal nötig

Während der Sachaufwand im kommenden Jahr bloss um 0,5 Prozent zunehmen soll, dürfte der Personalaufwand in der Verwaltung um 2,7 Prozent ansteigen. Im Schuldepartement werden 137 Stellen neu geschaffen, insbesondere für Nachhilfe in Deutsch, für betreute Aufgabenhilfe, für den Hortausbau und für mehr Lehrpersonal in städtischen Sonderschulen. Auch bei den Industriellen Betrieben, beim Sozialdepartement, beim Finanzdepartement und der Polizei wird das Personal aufgestockt. Insgesamt entstehen 319 zusätzliche Stellen.

«Die Stadt wächst», hielt Vollenwyder fest, dasselbe gelte für die Inanspruchnahme von Dienstleistungen. Immerhin präsentiere sich die Stadt heute «gut aufgestellt», es gebe bei der Infrastruktur keinen aufgestauten Sanierungsbedarf mehr.

Die Stadt werde mit Anstand die mageren Jahre durchstehen, meinte er. Man werde aber mit dem Geld haushälterisch umgehen müssen, denn eines sei klar: «Ich bin nicht der Sultan von Brunei.»