Zürich

Welsche Dreiervertretung stösst auf Kritik

Ruedi Noser (FDP).

Ruedi Noser (FDP).

Zürcher Bundesparlamentarier zeigen sich mässig begeistert über die Wahl von Guy Parmelin (SVP, VD) in den Bundesrat.

Am neuen SVP-Bundesrat Guy Parmelin hat Ruedi Noser (FDP) grundsätzlich nichts zu mäkeln: «Er wird das sicher gut machen. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit», so der gebürtige Glarner und neue Zürcher Ständerat.

Nur in einem Punkt lässt er Kritik an der Wahl des Welschen anklingen: «Ich hätte mir eine stärkere Deutschschweizer Vertretung im Bundesrat gewünscht.» Mit Parmelin hat die französischsprachige Schweiz jetzt drei Vertreter in der Landesregierung. «Das Land als Ganzes ist so nicht abgebildet», sagt Noser.

Anders sieht es der Zürcher SP-Ständerat Daniel Jositsch: Für ihn ist dieser Aspekt schlicht kein Thema. Jositsch spricht von einer «unspektakulären Wahl»: «Die SVP hatte Anspruch auf zwei Sitze. Ich glaube, Parmelin wird sich im Bundesrat gut integrieren.»

Auch für Hans Egloff (SVP), den einzigen Nationalrat aus dem Bezirk Dietikon, ist die welsche Dreiervertretung unproblematisch. Doch er fügt an: «Die Ostschweiz und der Wirtschaftsraum Zürich ist mit Ueli Maurer sicher nicht übervertreten.» Maurer als derzeit einziger Zürcher Bundesrat schaffte gestern die Wiederwahl mit dem schlechtesten Resultat aller Bisherigen: Er kam auf 173 Stimmen, legte aber gegenüber 2011 deutlich zu.

Mit Maurer und Parmelin hat die SVP nun wieder zwei Bundesräte. Egloff spricht deshalb von einem «guten Tag für die Schweiz». Der SVP-Wahlsieg vom 18. Oktober sei damit anerkannt, ebenso der SVP-Anspruch auf zwei Bundesratssitze. Parmelins Wahl zeige zudem, dass die Partei mit ihrem Dreierticket einen ausgewogenen Wahlvorschlag gemacht habe.

«Es ist jetzt nötig, dass Ruhe in die Schweizer Politik einkehrt. Wir haben genug andere Probleme», so Egloff, der in den drei Wahlgängen für die Nachfolge von Eveline Widmer Schlumpf (BDP) drei verschiedene Namen vom SVP-Dreierticket auf den Wahlzettel schrieb – aus taktischen Gründen, wie er verrät.

«Besser Parmelin als Aeschi»

Unzufrieden mit Parmelins Wahl zeigt sich Bastien Girod, Nationalrat der Grünen. «Aber besser Parmelin als Aeschi», fügt er an – nicht ohne zu erwähnen, dass es seiner Ansicht nach innerhalb der SVP bessere Kandidaten als jene auf dem offiziellen Dreierticket der Partei gegeben hätte.

Und auch Girod betont: «Für Zürich ist es nicht optimal, dass jetzt drei Bundesräte aus der Romandie gewählt sind. Jemand aus der Ostschweiz oder aus Schaffhausen wäre besser gewesen.» Hauptsache sei nun allerdings, dass es sich mit dem Winzer Parmelin wie mit einem guten Wein verhalte: «Er wird immer besser.» Girod hofft, dass Parmelin sich als Bundesrat von SVP-Anliegen löst.

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