Biarritz, Bondi Beach, Kalifornien – und bald Regensdorf? Geht es ums Surfen, möchte die Furttaler Gemeinde auf der Erfolgswelle mitreiten. Mit einer Anlage, die künstliche Wellen produziert und auf der fast das ganze Jahr gesurft werden kann. Der Gemeinderat informiert die Bevölkerung am 16. Oktober über das Projekt. Bis dann wird voraussichtlich auch ein Umweltverträglichkeitsbericht vorliegen. Bereits jetzt erklären Gemeindeschreiber Stefan Pfyl, Gemeindepräsident Max Walter und der Leiter Raum- und Verkehrsplanung Albert Gubler, worum es bei dem Projekt geht und wie es umgesetzt werden soll.

«Gspunneni Idee», dachte der Regensdorfer Gemeinderat, als die Initianten des Wave-up erstmals an ihn herantraten. Auf dem Gemeindegebiet sollte ein Park mit einem Surfsee entstehen. Pfyl: «Ich habe mir die Idee dann aber angehört und gemerkt, dass das Ganze hoch professionell angegangen wird.» Mit den vorliegenden Fakten habe der Gesamtgemeinderat klar überzeugt werden können, sagt Walter. Nun ist er Feuer und Flamme für die Idee mit dem Wassersport.

«Der Kanton wird profitieren»

Der Gemeinderat sieht eine grosse Chance für Regensdorf und das Furttal, eine Anlage, die Aufschwung und mehr Lebensqualität bedeuten kann. Gemeindepräsident Walter zieht den Kreis sogar noch weiter: «Der ganze Kanton wird davon profitieren. Es ist ein Leuchtturmprojekt.» Er attestiert ihm sogar Potenzial, um den Wirtschaftsstandort zu stärken.

Denn die Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung seien bei grossen Firmen ein wichtiger Punkt, wenn es um die Rekrutierung von Mitarbeitenden des oberen Kaders gehe. «Diese haben relativ wenig Freizeit.

Aber wenn sie dann einmal etwas unternehmen können, soll es kurzfristig möglich und interessant sein.» Und schliesslich positioniere sich die Region Furttal klar als Sportregion. Neben dem Surfsee sind im Park weitere sportliche Angebote geplant. So oder so: «Der Surfpark ist ein wichtiger Schritt, um unser Sportimage zu stärken und damit den Lebensraum Furttal weiter attraktiv zu machen», sagt Walter.

Am 25. März wird entschieden

Bevor der Surfpark weiter geplant werden kann, ist aber noch eine politische Hürde zu nehmen. An der Gemeindeversammlung vom 25. März 2019 müssen die Stimmberechtigten über eine Zonenplanänderung befinden. Denn das, was direkt angrenzend an die Sportanlage Wisacher einst zum Surfpark werden soll, ist gegenwärtig ein Stück Landwirtschaftszone.

Dagegen steht die Parzelle Leematten, angrenzend an die Kantonsstrasse nach Dielsdorf, momentan als Erholungszone im Zonenplan. Dort war ursprünglich ein Schwimmbad geplant. Dieses wird aber nicht kommen. Und ein Surfpark auf der Leematten wäre aufgrund der Hanglage kaum sinnvoll.

Die Parzelle der geplanten Anlage liegt direkt neben der Sportanlage Wisacher.

Also wird der Gemeindeversammlung vorgeschlagen, die Nutzung der beiden Grundstücke zu tauschen: Die Leematten, die zurzeit ebenfalls landwirtschaftlich genutzt wird, soll wieder offiziell zur Landwirtschaftszone werden. Und beim Wisacher soll die Erholungszone erweitert werden, in der eben der Surfpark möglich wäre. «Die Zonenänderung ist Grundvoraussetzung für die nächsten planerischen Schritte», erklärt Pfyl.

Schwimmen und planschen soll im Surfpark übrigens ebenfalls möglich sein. Die Verantwortlichen wollen zudem einen botanischen Erlebnisgarten schaffen, eine Skateranlage und einen Pumptrack sowie eine Boulderwand und Beachvolleyballfelder. Denkbar ist auch ein Seekindergarten, analog zum Waldkindergarten.

Die Wave-up-Verantwortlichen sind mit ihrer Idee bereits mit den Exponenten der Primarschule in Kontakt getreten. Diese Nutzungsmöglichkeiten sind im regionalen Richtplan bereits verankert. «Eine Pferderennbahn», sagt Walter, «kann man dort also nicht bauen.»

Das Ziel der potenziellen Betreiber ist, den Surfpark im Jahr 2020 zu eröffnen. Der Zeitpunkt ist nicht zufällig gewählt: 2020, an den Olympischen Spielen in Tokio, wird Surfen zur olympischen Disziplin. Wenn die Gemeindeversammlung im kommenden Frühjahr Ja sagt zur Änderung des Zonenplans, wird die Baueingabe folgen.

Bereits klar ist, dass im Park nur einheimische Pflanzen wachsen werden. Der Rapperswiler Landschaftsgärtner Enzo Enea, ein bekannter Name in der Branche, konnte für die Gestaltung ins Boot geholt werden.

Eröffnung im 2020

«Theoretisch», sagt Walter, «ist eine Eröffnung 2020 noch möglich.» Er erwartet, dass das Geschäft auf Zustimmung trifft. Bisher haben sich die Parteivorstände positiv dazu geäussert. Zu einer Verzögerung könnten nach einem Ja der Gemeindeversammlung noch Einsprachen führen. Entscheiden würde dann das Baurekursgericht, wie Albert Gubler erklärt.

Pfyl glaubt aber, dass Einsprachen es schwer hätten. «Und wenn sie nur aus Trotz eingereicht werden, entstehen auch Kosten für die Rekurrenten, ausserdem gibt es Möglichkeiten, ihnen die aufschiebende Wirkung zu entziehen.» Kritische Fragen zum Surfpark stellen bisher vor allem direkte Anwohner.