Neue Nationalhymne
«Weisses Kreuz auf rotem Grund»: Nur eine Zürcher Gemeinde zeigt sich probierfreudig

Die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft hat Gemeinden schriftlich dazu eingeladen, statt des altbekannten Schweizerpsalms am Nationalfeiertag eine neue Version zu trällern. Auch eine Gemeinde aus dem Kanton Zürich zieht mit.

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Der neue Text der Nationalhymne entfernt sich vom zuvor besungenen Morgenrot und Alpenfin. (Symbolbild)

Der neue Text der Nationalhymne entfernt sich vom zuvor besungenen Morgenrot und Alpenfin. (Symbolbild)

«Weisses Kreuz auf rotem Grund, unser Zeichen für den Bund: Freiheit, Unabhängigkeit, Frieden», so beginnt die neue Hymne, welche der Zollikerbergler Werner Widmer für den öffentlichen Wettbewerb der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft (SGG) 2014 geschrieben hat. Die Idee kam der Organisation, die auch die Rütliwiese verwaltet, an einer Bundesfeier, nachdem ausländische Diplomaten ihr Erstaunen über die geringe Anzahl an Besuchern ausdrückte, welche den Text tatsächlich mitgesungen haben.

Dass sie die derzeitige Nationalhymne ablösen wird, ist vorerst unwahrscheinlich, dennoch will eine Gemeinde aus dem Kanton Zürich die neue Version am Nationalfeiertag testen: Hombrechtikon plant, den Text als fünfte Strophe an den Schweizer Psalm anzuhängen.

Neben Hombrechtikon zeigte sich gemäss "Tagesanzeiger" auch Bern bereit, bei der dritten Strophe auf die inoffizielle Version zu wechseln. Ebenso Menier (GE) und Muolen (SG). Viele Gemeinden hätten in ihren Antworten jedoch kritisiert, dass Religion im neuen Text nicht mehr vorkomme. Stattdessen werden Werte wie Freiheit, Unabhängigkeit und Friede thematisiert.

"Die Werte im neuen Text haben mit der heutigen Schweiz mehr zu tun als Morgenrot und Alpenfin", sagt Widmer gegenüber der "Zürichsee-Zeitung". Der neue Text betone die gemeinsamen Werte, die Melodie bleibt jedoch dieselbe.

Auch die Wohngemeinde von Widmer will vorerst noch beim altbekannten Psalm bleiben. Da Widmer aus Zollikerberg stamme, sei es aber einen Gedanken wert, künftig die neue Version zu singen, so Claudia Valler, stellvertretende Gemeindeschreiberin von Zollikon.

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