Zürich

Weil kein Wasser läuft: Nach Corona drohen die Legionellen

Fachleute empfehlen, alle drei Tage die Armaturen in einem geschlossenen Gebäude ganz zu öffnen, damit die Trinkwasserqualität nicht beeinträchtigt wird.

Fachleute empfehlen, alle drei Tage die Armaturen in einem geschlossenen Gebäude ganz zu öffnen, damit die Trinkwasserqualität nicht beeinträchtigt wird.

Während der Coronakrise sind zahlreiche Gebäude geschlossen. Die Trinkwasserinstallationen werden nicht genutzt. Das birgt Gefahren.

Als Massnahme gegen Infektionen mit dem Coronavirus sind momentan zahlreiche Schulen, Sportanlagen, Restaurants, Hotels und weitere Gebäude ganz oder teilweise geschlossen. Entsprechend werden die Trinkwasserinstallationen nicht genutzt. Laut Kantonschemiker Martin Brunner kann sich das negativ auswirken. Über das Trinkwasser könne man sich nicht mit dem Coronavirus infizieren. Es bestehe aber die Gefahr, dass die Trinkwasserqualität beeinträchtigt werde.

Ist in momentan geschlossenen Gebäuden die Verteilanlage des Trinkwassers über mehrere Wochen nicht in Betrieb, erhöhe sich das Risiko, dass sich Legionellen einnisten.

Die Hausinstallationen können auch durch andere Mikroorganismen übermässig verkeimt werden. Um solchen unerwünschten Nebeneffekten entgegenzuwirken, haben der Schweizerische Verband des Gas- und Wasserfaches (SVGW) und der Verband für Gebäudetechniker (suissetec) ein Faktenblatt erarbeitet. Darin sind diverse Massnahmen beschrieben, wie die Dusch- und Trinkwasserqualität auch während der Corona-Pandemie einwandfrei bleibt.

Die Fachleute empfehlen, alle drei Tage die Armaturen in einem betroffenen Gebäude ganz zu öffnen und so das in den Leitungen befindliche Kalt- und Warmwasser für mindestens 30 Sekunden abfliessen zu lassen. Vorzugsweise soll das von unten nach oben geschehen. Die Zirkulationspumpe müsse während der ganzen Zeit in Betrieb sein. Nur in Ausnahmefällen solle die gesamte oder ein Teil der Trinkwasserinstallation abgesperrt und die Zirkulationspumpe abgeschaltet werden. Das solle man mit der Wasserversorgung und einem Sanitärinstallateur absprechen.

Werde das abgesperrte System wieder in Betrieb genommen, soll der Benutzer das Wasser an allen Armaturen so lange fliessen lassen, bis eine konstante Temperatur erreicht ist. Wichtig sei es in diesem Fall, mehrere Armaturen gleichzeitig zu öffnen. Damit sorge man für eine genügend starke Durchströmung in den Verteilleitungen.

Bei einer Wiederinbetriebnahme nach einer Absperrung empfehlen die Fachleute, die Warm- und Kaltwasserinstallationen auf Legionellen überprüfen zu lassen.

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