Bezirksgericht Bülach
Weil er gestohlene Esswaren verkauft hat: Gastrounternehmer wegen Hehlerei verurteilt

Weil der Chef von sieben China-Restaurants gestohlene Fleischprodukte annahm und verkaufte, musste er sich gestern vor dem Bezirksgericht Bülach verantworten. Er wurde zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 22 Monaten verurteilt.

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Das Bezirksgericht Bülach hat den 58-jährigen Geschäftsmann für schuldig erklärt. (Themenbild)

Das Bezirksgericht Bülach hat den 58-jährigen Geschäftsmann für schuldig erklärt. (Themenbild)

Keystone

Ab Sommer 2015 entwendet ein Angestellter eines Lebensmittelgrosshändlers in der Flughafenregion während rund eines halben Jahres mehrere Tonnen Frischfleisch- und Tiefkühlprodukte. Anfang November wird er erwischt und verhaftet.

Der Dieb gestand später, die Waren unter der Hand an insgesamt sechs Inhaber von Take-aways und Restaurants im Grossraum Zürich verkauft zu haben, wie die "NZZ" berichtet. Gegen fünf der Gastrounternehmer sind die Strafverfahren wegen Hehlerei bereits abgeschlossen worden.

Ware ungekühlt im Privatauto geliefert

Gestern musste sich nun als letztes der 58-jährige Gründer und Verwaltungsratspräsident einer AG, die in Zürich, im Glattal und in Uster insgesamt sieben China-Restaurants führt, vor dem Bezirksgericht Bülach verantworten. Den Vorwurf der gewerbsmässigen Hehlerei weist er von sich. Er habe nichts von der kriminellen Herkunft der Ware gewusst und sei unschuldig.

Die Staatsanwältin sah dies anders. Der Mann spiele seine Rolle herunter. Gemäss des Geständnisses des Diebes sei der Gastrounternehmer der Hauptabnehmer der Ware gewesen. 15 bis 20 Lieferungen habe er entgegengenommen. Zudem hätte der Chef erkennen müssen, dass damit etwas nicht stimmt. Gemäss "NZZ" stellte sich der Lieferant nämlich als Mitarbeiter einer Importfirma vor, verlangte unüblich tiefe Preise und wollte stets nur in Bar bezahlt werden. Einen Lieferschein stellte er nie aus. Ausserdem brachte er das Fleisch immer ausserhalb der normalen Arbeitszeiten ungekühlt in einem Privatauto vorbei.

Der Hehlerei schuldig gemacht

Die Staatsanwältin forderte darum eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 28 Monaten und einen Betrag von rund 71'000 Franken, die der Mann als unrechtmässig erwirtschaftetes Geld an die Staatskasse abliefern muss. Der Anwalt des Beschuldigten forderte hingegen einen Freispruch und im Fall einer Verurteilung eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten bedingt.

Für das Gericht stand ausser Frage, dass der Mann gewusst haben muss, dass es sich um Diebesgut handelte. Schliesslich sei auf den Kartons das Logo der geschädigten Firma aufgedruckt gewesen, wie die "NZZ" weiter ausführt. Der 58-Jährige habe sich daher während rund fünf Monaten der Hehlerei schuldig gemacht. Die Richter verurteilten den gebürtigen Vietnamesen zu einer Freiheitsstrafe von 22 Monaten bedingt bei einer Probezeit von drei Jahren sowie eine Ersatzforderung von 18'000 Franken.