Zürich
Weil der Bund Zahlungen einstellt: Subventionierte Wohnungen werden teurer

Die Mieten subventionierter Wohnungen in der Stadt Zürich steigen an, da Beitragszahlungen aus der Bundeskasse wegfallen. Bis 2025 soll rund ein Fünftel aller finanziell unterstützten Unterkünfte betroffen sein.

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Protestplakat in Zürich: Günstiger Wohnraum wird immer knapper. (Symbolbild)

Protestplakat in Zürich: Günstiger Wohnraum wird immer knapper. (Symbolbild)

Matthias Scharrer

In der Stadt Zürich sind nach Angaben des Zürcher Finanzdepartements gegen 6700 von den rund 212'000 Wohnungen subventioniert. Darunter fallen auch die Alterswohnungen in der Siedlung Tiefenbrunnen, einem langen Backsteinbau aus dem Jahr 1991, der sich im Besitz der Stadt Zürich befindet. Seit 1991 erhielten die Bewohner Subventionen - damit soll gemäss dem «Tagesanzeiger» jedoch ab Juli 2016 Schluss sein.

Der Hauptgrund findet sich in ausbleibenden Zahlungen vonseiten des Bundes, denn auch dieser hat die Wohnungen bisher mitfinanziert. Gemäss dem Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) sind Zusatzverbilligungen oder à fonds perdu Beiträge zur Unterstützung von Betagten, Behinderten, Pflegebedürftigen, Pflegepersonal und Personen in Ausbildung nur über eine Zeitspanne von 25 Jahren vorgesehen. Danach werden sie eingestellt.

Rund ein Fünftel wird teurer

Die Siedlung in Tiefenbrunnen ist nicht allein: Auch andere subventionierte Wohnungen erhalten nach Ablauf der 25 Jahre keine Bundesgelder mehr. Die letzten nationalen Zusatzverbilligungen laufen im Jahr 2025 aus. 1440 subventionierte Wohnungen verlieren bis dahin ihre Gelder. 2015 zahlte der Bund insgesamt 1,96 Millionen Franken an deren Mieten.

Dadurch verteuere sich etwa ein Fünftel der subventionierten Zürcher Wohnungen, wie der «Tagesanzeiger» schreibt. 138 der betroffenen Unterkünfte gehören der Stadt, die anderen vor allem Genossenschaften, öffentlichen und privaten Stiftungen.