Geschenksuche

Weihnachtsshopping in Zürich: Wo gibt es was?

Weihnachten naht, und damit stellt sich immer drängender die Frage: Was schenken? Antworten kann ein Einkaufsbummel durch Zürich ergeben. Dort buhlen neue und alte Anbieter um Kundschaft.

 Ob des riesigen Angebots ist aber Orientierungshilfe gefragt, zumal dieses Jahr zwei grössere neue Destinationen um Kundschaft buhlen. Daher sei hier eine Topographie des Zürcher Weihnachtsshoppings beschrieben.

Der Weihnachtsmarkt auf dem Sechseläutenplatz ist eine der neuen Destinationen. Die Geschäftsvereinigung Stadelhofen-Bellevue rief ihn ins Leben, um baustellenbedingte Umsatzeinbussen wettzumachen. Die Anbieter an den 15 Ständen harren nun seit 19. November der Kundschaft.

Christkindli-Markt im Hauptbahnhof Zürich

Christkindli-Markt im Hauptbahnhof Zürich

Gehobene Produkte im Angebot

Im Angebot haben sie gemäss Konzept der Vereinigung Stadelhofen-Bellevue gehobene Produkte. Edles Olivenöl etwa, imposante Armbanduhren, Süsswasser-Perlenschmuck oder - wie Tigi Baglum - Schals, Gürtel und Taschen. Auch fürs kulinarische Wohl ist gesorgt, mir Raclette, Bratwürsten, Glühwein, Feuerzangen-Bowle und italienischen Spezialitäten.

Baglum zeigt sich zufrieden mit dem Geschäftsgang, auch wenn der Andrang erst seit Dezember steigt. «Das Ambiente ist herzig - und der Sechseläutenplatz der schönste Marktplatz von Zürich», meint sie. Nächstes Jahr soll Zürichs jüngster Weihnachtsmarkt expandieren: Laut Ruedi Andres, Präsident der Vereinigung Bellevue-Stadelhofen, ist eine Verdoppelung auf 30 Stände geplant. Das Angebot solle aber exklusiv bleiben.

Mit dem Vierer-Tram gehts weiter in den Kreis 5, Haltestelle Dammweg. Hier befindet sich unter alten Bahnviadukt-Bögen Zürichs nächste grössere neue Shopping-Destination.

Jeder Tag eine Überraschung

Viadukt-Bogen 20 ist am Tag meines Besuchs mit dem Adventskalender dran. Jeden Tag im Advent lockt ein anderes Geschäft im Viadukt mit Überraschungen. Famous Ape im Bogen 20 verteilt zum Beispiel Lose. Meines erweist sich zwar als Niete, doch trotzdem bietet der Laden bei Geschenknotstand Abhilfe. Oder, wie es Verkäuferin Cornelia Waldvogel formuliert: «Wenn Du nicht weisst, was Du schenken sollst, ist die Chance gross, dass Du hier etwas findest.»

Schräge Scherzartikel sind im Angebot: Ein Taschenrechner in Form einer Schokoladenattrappe etwa, oder ein Plattenteller im Vinyl-Design mit Vertiefung für Dips in der Mitte, ferner Sauger für Bierflaschen in Brustwarzen-Form. Ich entscheide mich für den Plattenteller - und einen Plüsch-Elefanten aus der Secondhand-Kleiderabteilung.

Die Viaduktbögen allein können mit ihrem vielfältigen Angebot eigentlich schon für einen Weihnachts-Einkaufsbummel genügen: Trendige Vintage-, Kleider- und Outdoorsport-Läden ergänzen sich mit dem kulinarisch erlesenen Angebot der Markthalle zwischen Wipkinger- und Lettenviadukt. Whiskey aus dem Fricktal findet sich dort ebenso wie gut gereifter Cheddar-Käse oder Verjus, der Saft unreifer grüner Trauben, den Gastronomen derzeit als Alternative zu Essig und Zitronensaft wiederentdecken.

Durfkerzen oder Erotikartikel?

Doch Zurück in die Altstadt. Im Niederdorf ist Weihnachtsmarkt wie alle Jahre wieder: Stand reiht sich an Stand, mit handgestrickten Handschuhen, Duftkerzen, Holzspielzeug, Silberschmuck und und und. Das mittelalterliche Ambiente verleiht hier dem Einkaufsbummel seinen besonderen Reiz.

Wem das noch nicht Reiz genug ist, der macht einen Abstecher ans Limmatquai. Hier sticht das Schaufenster des Magic X Erotic Megastore mit weihnachtlicher Reizwäsche ins Auge.
Inzwischen dürften die Einkaufstaschen gut gefüllt sein. Falls nicht, bleibt in der Halle des Hauptbahnhofs noch Zürichs grösster und meistfrequentierter Weihnachtsmarkt. Der Duft von gebrannten Mandeln kommt in der Bahnhofshalle besonders zur Geltung, zu haben ist hier fast alles. Und wem das zu viel wird, der kann schnell den nächsten Zug nehmen.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1