Zürich
Wegen Zunahme gewalttätiger Übergriffe: Kurse und Ausrüstung sollen Polizisten vor Gewalt schützen

Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte nimmt zu: Im Durchschnitt fast zweimal am Tag wird deswegen inzwischen im Kanton Zürich eine Straftat rapportiert. Damit die Polizisten gegen Angriffe gewappnet sind, setzt die Zürcher Regierung auf Weiterbildungen und moderne Ausrüstung.

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In den vergangen drei Jahren wurden 1828 Straftaten wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte rapportiert. (Bild: Neuenburger Polizei im De-Eskalationstraining im Fussballstadion/Archiv)

In den vergangen drei Jahren wurden 1828 Straftaten wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte rapportiert. (Bild: Neuenburger Polizei im De-Eskalationstraining im Fussballstadion/Archiv)

Keystone

"Es trifft zu, dass in den vergangenen Jahren die Anzahl der Straftaten und gewalttätigen Übergriffen gegenüber Vertreter von staatlichen Organisationen wie Polizei, Sanität und Sozialämter stieg", schreibt die Zürcher Regierung in einer Antwort auf eine SVP-Anfrage.

So seien insbesondere Polizisten "im Zusammenhang mit dem sogenannten unfriedlichen Ordnungsdienst teilweise grober Gewalt ausgesetzt." Aber auch bei gewöhnlichen Festnahmen müssten sie heute mit heftiger Gegenwehr rechnen, bei der mutwillig schwere Körperverletzungen in Kauf genommen werden.

In den vergangenen drei Jahren wurden gemäss der am Donnerstag veröffentlichten Regierungsrats-Antwort insgesamt 1828 Straftaten wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte rapportiert.

Gewalt gegen Exponenten des Staates dürfe nicht hingenommen werden und müsse deshalb konsequent strafrechtlich geahndet werden, schreibt die Regierung. Die bestehenden Gesetze hält sie dabei für ausreichend: Die erforderlichen Strafnormen seien vorhanden, deren Strafrahmen im Quervergleich angemessen.

Gutes Auftreten und neuer Stock

Um der Gewalt gegen die Polizei begegnen zu können, setzt die Zürcher Regierung insbesondere auf Weiterbildung: Kantonspolizisten würden gezielt darauf ausgebildet, mit ihrem Auftreten mögliche Eskalationen zu vermeiden.

Auch im laufenden Jahr seien Kurse geplant, die sich insbesondere zum Vorgehen bei Personenkontrollen widmen. Zudem werde das regelmässige Training der Frontfunktionäre ausgeweitet, um "den Gesichtspunkten des taktischen Verhaltens und der persönlichen Sicherheit noch mehr Rechnung tragen zu können".

Zum Thema "Eigensicherung" gehört auch "eine bestmögliche Schutzausrüstung". Diese werde laufend den neusten Erkenntnissen angepasst, hält die Regierung fest. So haben Kantonspolizisten in den vergangenen Jahren verbesserte Schutzwesten, Gehörschütze und Laserschutzbrillen erhalten. Weitere Optimierungen stehen gemäss Regierung mit einem verbesserten Polizeimehrzweckstock und Helmen mit besserem Schutz an.