Zürich
Wegen WM und Regenwetter: Weniger Grillschäden auf Grünflächen

Einweggrills hinterliessen in diesem Jahr weniger Schäden auf Zürichs Parkflächen. Trotzdem ist für «Grün Stadt Zürich» die Gefahr noch nicht gebannt

Senada Haralcic
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Dass die Schäden an Pärken dieses Jahr gering ausgefallen ist, schreibt «Grün Stadt Zürich» der WM zu. Marius Huber

Dass die Schäden an Pärken dieses Jahr gering ausgefallen ist, schreibt «Grün Stadt Zürich» der WM zu. Marius Huber

Strahlender Sonnenschein, volle Wiesen und Pärke und ein glitzernder See: So sieht die Pracht des Sommers in Zürich aus. Aber spätestens am Morgen danach folgt das böse Erwachen: Schwarze Brandlöcher zieren Zürcher Wiesen rund um das Seebecken und bilden einen äusserst unschönen Kontrast zum saftigen Grün.

Das Werkzeug zu dieser Übeltat ist auch schnell gefunden: Neben den Containern stapeln sich verkohlte Aluschalen, die altbekannten Einweggrills. Diese sind dem Team von «Grün Stadt Zürich» schon lange ein Dorn im Auge.

Fahnenmeer der Rentenanstalt

«Solange es Einweggrills zu kaufen gibt, werden die Leute damit grillieren und Brandlöcher in den Wiesen verursachen», ärgert sich Lukas Handschin, Kommunikationsbeauftragter von «Grün Stadt Zürich».

Letzten Sommer lancierte die «grüne Dienstabteilung» dazu eine Kampagne: Städtische Gärtner steckten bei jedem gefundenen Brandloch ein weisses Fähnchen, um die Schäden zu signalisieren. So verwandelten sich beliebte Zürcher Grillwiesen kurzerhand in ein Fahnenmeer.

Zwar sei nach der Kampagne kein unmittelbarer Rückgang der Brandlöcher festgestellt worden, aber die Aktion habe zur Sensibilisierung beigetragen: «Wir gehen davon aus, dass es doch Wirkung gezeigt hat. Unsere Mitarbeitenden werden schliesslich auch heute noch auf die Aktion angesprochen», freut sich Handschin.

Das sei schon mal positiv. Positiv sei auch, die bisherige Brandloch-Bilanz in diesem Jahr. Akuter Handlungsbedarf bestehe deshalb nicht: «Der verregnete Sommer hat nicht unbedingt zum Grillieren eingeladen», so der Handschin. Hinzu komme die Fussballweltmeisterschaft, die eher vor den Bildschirm als auf die grüne Wiese lockte. Aber Handschin will den Tag nicht vor dem Abend loben: «Die Grillsaison ist noch nicht zu Ende. Zürcher Liegewiesen sind immer noch gefährdet.»

«Mehrweggrillieren»

Deswegen hält Handschin Lösungen für das Brandloch-Problem parat: «Ein Grill der Beine hat zum Beispiel». Allgemein sei «Mehrweggrillieren» mindestens genauso praktisch, wie das «Wegwerfgrillieren». Ein städtischer Gärtner habe beobachtet, dass vermehrt zu Grills gegriffen wird, die mehrere Male benutzt werden können. Das sei zwar noch kein feststellbarer Trend, dennoch eine erfreuliche Nachricht. Zudem habe die Migros die lästigen Brandlochverursacher aus ihrem Sortiment genommen.

Die Diskussion um ein Gesetz, das Grillieren nur noch an offiziellen Feuerstellen erlaubt, findet Handschin müssig: «Ein Verbot ist der falsche Weg», sagt der Kommunikationsbeauftragte. Und verweist auf die Tatsache, dass die Stadt Zürich eine hervorragende Infrastruktur biete, wenn es um die Grillwurst geht: «Es gibt in Zürich 149 offizielle Picknickplätze», sagt Handschin. Und jeder Picknickplatz biete mehrere offizielle Feuerstellen zum Grillieren und sei mit Tischen, Bänken und mancherorts sogar mit einem Brunnen ausgerüstet. Und je beliebter diese beim Volk werden, desto weniger wird zum lästigen Rasenkiller gegriffen.

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