Unterengstringen
Wegen Vandalen: Schule setzt jetzt Überwachungskameras ein

Ein angebrannter Tisch und Sitzbänke waren des Guten zu viel. Mehrere Vandalenakte in den vergangenen Monaten haben das Fass zum Überlaufen gebracht.

Sandro Zimmerli
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Überwachungskamera an der Schule (Symbolbild)

Überwachungskamera an der Schule (Symbolbild)

Raphael Hünerfauth

Der Vandalenakt auf dem Areal des Kindergartens Langacher in Unterengstringen sorgte bei der Schule für Unverständnis — und vor allem bei den Kindern sowie der Lehrerin für Verunsicherung und Angstgefühle. In einem Elterninformationsschreiben kündigte die Schulpflege deshalb bereits im vergangenen Herbst an, dass sie Massnahmen prüfen werde, um dem Treiben ein Ende zu setzen.

Nun ist klar, wie diese aussehen werden: Das Schulareal und der etwas abseits liegende Kindergarten werden künftig mit fünf Videokameras überwacht. Die Installation der Geräte wird in den Frühlingsferien vorgenommen. «Ursprünglich war geplant, nur den Kindergarten Langacher mit einer Überwachungskamera auszustatten, weil er sich nicht direkt bei den anderen Schulgebäuden befindet», sagt Schulleiter Beda Durschei auf Anfrage. Denn das Abbrennen des Tisches sei ein «massiver Vandalenakt» gewesen.

Die Anwohner reklamierten

Doch damit hatte es sich noch nicht. Kurz darauf tauchten laut Durschei auf dem Areal der Primarschule nämlich Sprayereien auf. Auch Gebäude seien beschädigt, Abfalleimer aus der Verankerung gerissen und immer wieder Abfall auf dem Areal zurückgelassen worden. Aus der Nachbarschaft seien deswegen regelmässig Reklamationen bei der Schule eingegangen. Das hat die Schulpflege letztlich zum Handeln bewogen.

«Es ist nicht unser Ziel, die Jugendlichen vom Schulareal zu vertreiben. Uns ist bewusst, dass junge Leute Freiräume brauchen und Orte, an denen sie sich treffen, austauschen und vergnügen können», sagt Durschei. «Das ist wichtig.» Deshalb habe man die Jugendlichen bis anhin auch gewähren gelassen, wobei man aber immer wieder das Gespräch mit ihnen gesucht habe. «Geben und Nehmen»: So lautete das Credo der Schule laut Durschei. Dabei hätten sich die Jugendlichen «gerne» auf dem Areal aufhalten dürfen, sofern sie es wieder so verliessen, wie sie es angetroffen haben. «Zwischenzeitlich haben diese Gespräche gefruchtet. Doch dann kam es wieder zu neuen Beschädigungen», so Durschei.

Für die Schule seien diese Vorfälle mühsam und würden zu unangenehmen Umtrieben führen, sagt der Schulleiter. «Es ist oft so, dass man von irgendwoher hört, wer die Täter sein könnten. Das führt dann zu Gesprächen mit den betreffenden Jugendlichen und auch mit ihren Eltern, was wiederum für Unmut sorgt, weil keine Beweise vorliegen», so Durschei.

Bilder werden gelöscht

Diese Situation sei «für alle Beteiligten unbefriedigend». Dazu komme, dass im Endeffekt die Schule für die Schäden aufkommen müsse, was oft eine kostspielige Angelegenheit sei. «Deshalb haben wir uns für die Kameras entschieden.» Dabei würden alle gesetzlichen Vorgaben beachtet, betont Durschei. «Die Aufnahmen werden wieder gelöscht und nicht aufbewahrt. Und auch der Zugang zu den Daten ist streng reglementiert.»