Zürich
Wegen Lehrermangel nur noch ein Zeugnis pro Jahr

Die Zürcher Schüler sollen zwei Lektionen pro Woche weniger in die Schule und weniger Zeugnisse erhalten. Mit diesen Massnahmen will die Bildungsdirektion die Lehrer entlasten. Ob diese Ideen Sinn machen, wird nun in einer Vernehmlassung geprüft.

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Die Zürcher Schüler sollen zwei Lektionen pro Woche weniger in die Schule. (key)

Die Zürcher Schüler sollen zwei Lektionen pro Woche weniger in die Schule. (key)

Keystone

Die Vernehmlassung für die Lektionensenkung dauert bis am 7. Oktober, jene für die Änderung des Zeugnisreglementes bis am 30. November. Beide Massnahmen sind Ergebnis des Projektes «Belastung - Entlastung», das 2009/2010 von der Bildungsdirektion durchgeführt wurde und den überlasteten Lehrern das Arbeiten erleichtern soll.

Bei der Lektionensenkung von zwei Wochenlektionen müssten die Schüler zwei Lektionen weniger zur Schule. Die Lehrer könnten von der frei gewordenen Zeit profitieren, ohne dass Mehrkosten entstehen.

Auch die Änderung des Zeugnisreglementes würde keine Mehrkosten verursachen, den Lehrern aber einiges an Arbeit ersparen. Gemäss einer Mitteilung der Bildungsdirektion vom Freitag besteht die Massnahme darin, im Kindergarten und in der ersten Klasse nur noch ein einziges Elterngespräch durchzuführen. Weitere Gespräche würden nur noch bei Bedarf geführt.

Nur noch ein Zeugnis pro Jahr

Vorgesehen ist auch, dass von der 2. bis zur 5. Klasse nur noch ein Zeugnis am Ende des Schuljahres ausgestellt wird, nicht wie jetzt ein Zeugnis am Ende jedes Semesters. In der 6. Klasse und in der Sekundarschule sollen die zwei Zeugnisse jährlich aber bleiben.

Abschaffen oder zumindest reduzieren will der Bildungsrat zudem die Zusatzbeurteilungen in den Sprachfächern. Hier verteilen die Lehrer gegenwärtig nicht nur Noten, sondern bewerten zusätzlich Hörverstehen, Leseverstehen, Sprechen und Schreiben. (sda)