Vielen war es schlicht zu kalt, um die Nacht draussen zu verbringen. Aus polizeilicher Sicht blieb es im ganzen Kanton vergleichsweise ruhig.

Viele Besucherinnen und Besucher des Silvesterzaubers kamen erst auf das Anstossen um Mitternacht und das Feuerwerk um 00.20 Uhr ans Seebecken. Kaum waren die letzten Funkenregen verglüht, suchten sie wieder einen Platz an der Wärme.

Zufriedene Organisatoren

Das Nachsehen hatten die Betreiber von Essensständen und Outdoor-Bars rund ums Seebecken, die während sieben Stunden auf Gäste hofften und deren Umsätze in diesem Jahr wohl zu wünschen übrig lassen.

Die Organisatoren zeigten sich dennoch sehr zufrieden. Als Veranstalter eines Outdoor-Anlasses im Winter müsse man mit so etwas rechnen, sagte Thomas Irniger vom Organisationskomitee am Neujahrsmorgen auf Anfrage der sda. Trotz Kälte hätten viele bis 3 Uhr gefeiert.

Wer der Kälte trotzte, wurde mit einem Feuerwerk belohnt, das gemäss Irniger wohl eines der schönsten war, das je am Zürichsee gezündet wurde. Das trockene und klare Wetter habe optimale Sicht erlaubt. Die verschneite Innenstadt habe dazu wie eine Märchenlandschaft gewirkt.

Zufrieden sind die Organisatoren auch, was das Verbot von privatem Feuerwerk betrifft. Die Stadtpolizei musste deutlich weniger Personen büssen als im letzten Jahr.

Wegen privatem Feuerwerk verhaftet

Mehr als eine Ordnungsbusse gab es für einen 20-jährigen Chinesen und einen 22-jährigen Schweizer: Weil die beiden am Seebecken Feuerwerkskörper direkt in die Menschenmenge abfeuerten, war die Party für sie vorzeitig zu Ende - sie wurden verhaftet. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

Dass sich das Feuerwerksverbot etabliert, ist den Veranstaltern sehr wichtig. Laut Irniger gibt es viele Menschen, die gerne an den Silvesterzauber kommen würden, sich aber verständlicherweise vor privat gezündeten Knallern und Raketen fürchten und deshalb fernbleiben.

Aus Sicht der Stadtpolizei Zürich verlief die Silvesternacht im Grossen und Ganzen problemlos. Dennoch hatte sie pausenlos zu tun: Während der ganzen Nacht kam es auf dem Stadtgebiet zu Streitereien, Tätlichkeiten und leichten Körperverletzungen, bei denen die Polizei schlichtend eingreifen musste. Gemäss Mitteilung vom Neujahrsmorgen waren die meisten Beteiligten betrunken.

Acht Meter in die Tiefe gestürzt

Schwer verletzt wurde ein 28-Jähriger im Kreis 8. Er war auf ein Vordach geklettert, das unter seinem Gewicht plötzlich nachgab. Der Mann stürzte rund acht Meter in die Tiefe und musste ins Spital gebracht werden.

In der Stadt Winterthur und im übrigen Kantonsgebiet verlief die Nacht verhältnismässig ruhig. Die Polizei musste nicht viel häufiger ausrücken als an einem normalen Wochenende. Die Kantonspolizei nahm gut ein Dutzend Reklamationen wegen Lärm, Sachbeschädigungen oder Nachtbubenstreichen entgegen, wie sie am Neujahrsmorgen mitteilte.

An verschiedenen Orten kam es zu kleineren Bränden. In der Stadt Zürich beispielsweise brach auf einem Balkon im Kreis 5 ein Feuer aus, das einen Sachschaden von mehreren zehntausend Franken verursachte. Ausgelöst wurde es wahrscheinlich durch Feuerwerk.

Verletzt wegen selbstgebasteltem Knallkörper

Schwer verletzt wurde trotz der vielen abgefeuerten Raketen und Böller im ganzen Kanton niemand. Bekannt war bis Donnerstagmittag nur ein schmerzhafter Vorfall in Dorf im Weinland.

Dort wollte ein 21-Jähriger einen selbstgebastelten Knallkörper zünden. Die Eigenkreation explodierte allerdings zu früh, so dass der junge Mann mit Schnittverletzungen an der Hand ins Spital gebracht werden musste. Er wurde aber noch in der gleichen Nacht wieder entlassen.