Gemeinderat
Wasserrohrbruch an der Uetlibergstrasse schwappt ins Parlament

Der "Jahrhundert"-Wasserrohrbruch von Ende März an der Uetlibergstrasse in Zürich hat am Mittwoch im Zürcher Gemeinderat noch weitere Wellen geworfen. Das Parlament unterstützte einen Vorstoss für einen kulanten Umgang mit den Betroffenen.

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Ende März gab es in Zürich einen Wasserrohrbruch (Archiv)

Ende März gab es in Zürich einen Wasserrohrbruch (Archiv)

Keystone

Die Schweizer Demokraten (SD) sind mit zwei Gemeinderäten im 125-köpfigen Stadtparlament vertreten. Ihren Vorstössen ist selten Erfolg beschieden. Am Mittwoch herrschte bei ihnen jedoch Freude.

In ihrem Postulat fordern sie den Stadtrat auf zu prüfen, wie die vom grossen Wasserrohrbruch vom 28. März an der Uetlibergstrasse betroffenen Wohnungsmieterinnen und -mieter so entschädigt werden können, dass sie neben allen anderen Unannehmlichkeiten nicht auch noch einen erheblichen finanziellen Schaden davontragen.

Der SD schwebte vor, dass den Betroffenen nicht nur der Zeitwert ihres beschädigten oder gar unbrauchbaren Hab und Guts ersetzt wird, sondern tendenziell der Neuwert. Man solle nicht nur haftungsrechtliche Fragen klären. Niemand habe damit rechnen können, dass eine Wasserfontäne bis in den 5. Stock spritze.

Stadt will Lehren ziehen

Stadtrat Andres Türler (FDP), Vorsteher der Industriellen Betriebe, sagte, dass die Stadt Zürich die Versicherung angewiesen habe, kulante Lösungen zu finden. Über 20 Fälle seien mittlerweile schon zur allseitigen Zufriedenheit geregelt. Auch für die restlichen sei er zuversichtlich

Türler räumte ein, dass die Wasserversorgung der Stadt Zürich nach dem Grossereignis in der Kommunikation Fehler gemacht habe. Die Bevölkerung hatte sich bisweilen alleingelassen gefühlt. Daraus werde man Lehren ziehen, sagte Türler.

Sämtliche Parteien ausser der SVP, unterstützten das Postulat. Für die SP fordert ein „aussergewöhnliches Ereignis auch aussergewöhnliche Kulanz". Für die FDP war es eine Frage der Fairness. Das geborstene Rohr gehöre ja schliesslich der Stadt. Hier handle es sich um einen Elementar- und Haftpflichtfall.

Die SVP fürchtete sich vor einem Präzedenzfall. Man gerate in ein "heikles Fahrwasser", wenn der Staat hier nun Kosten übernehme, die Private tragen sollten.

Mit 95 Ja-Stimmen überwies der Gemeinderat das Postulat. Nein sagten einzig die 24 Vertreter der SVP.

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