Bereits im Sommer suchte die Volkswirtschaftsdirektion von Ernst Stocker (SVP) eine Leiterin für die neue «Koordinationsstelle Veloverkehr», die im Februar 2012 ihre Arbeit aufnehmen soll. Nun steht fest, wer das Rennen gemacht hat. Die zukünftige Chefin heisst Kathrin Hager. Die 44-jährige Raumplanerin lebt in Winterthur und leitet derzeit die Fachstelle Fussverkehr in Frauenfeld.

Grosse Begeisterung fürs Velo

Velo fahren ist für Hager mehr als nur Mittel zum Zweck. Wenn immer möglich steigt sie in die Pedale. Sei es, um zur Arbeit zu gelangen (von Winterthur nach Frauenfeld, wohlgemerkt!) oder zum Ausgleich, zum Beispiel wenn sie mit ihrem Partner Tandem-Ausflüge unternimmt. Ihre uneingeschränkte Begeisterung für das Velo war schliesslich auch ausschlaggebend für ihre Bewerbung beim Kanton Zürich: «Ich wollte Hobby und Beruf unter einen Hut bringen», sagte sie gestern auf Anfrage. In ihrem neuen Job wird sie sich dafür einsetzen, dass die Interessen der Velofahrer innerhalb der verschiedenen Verwaltungen besser vertreten werden. Ihr Wunsch ist es, dass «immer mehr Leute auf das Velo umsteigen». Dafür soll das Velo schon im Planungsbereich besser verankert und der Austausch zwischen den Gemeinden und dem Kanton gefördert werden, sagt Hager. «Auto und öffentlicher Verkehr haben bereits eine starke Lobby, wohingegen das Velo auf kantonaler Ebene noch zu wenig Gehör findet.»

Lobende Worte findet Hager für ihre Wohnstadt Winterthur: Hier sei bereits viel für die Velofahrer gemacht worden. Dennoch gebe es Verbesserungspotenzial. Ihr schwebt etwa ein «Schnellnetz für den Veloverkehr» vor, wie es das Agglomerationsprogramm für die Region vorsieht. «Dieses wäre vor allem für jene, die täglich mit dem Velo unterwegs sind, eine Erleichterung.» Ihre Erfahrung als Fussgänger-Vertreterin wird ihr bei der neuen Stelle zugute kommen: Die beiden Fortbewegungsarten haben laut Hager viel gemeinsam. «Man kämpft mit ähnlichen Problematiken.» Die Koordinationsstelle umfasst insgesamt drei Vollzeitstellen. Sie ist Teil des Veloförderprogramms, für das der Kantonsrat vor gut einem Jahr 20 Millionen Franken bewilligt hat.

Bessere Beschilderung

Darin vorgesehen sind etwa ein Bike&Ride-Konzept für Bahnhöfe und eine bessere Beschilderung des kantonalen Velowegnetzes. «Das Marketing für das Velo ist ein Schwerpunkt der neuen Koordinationsstelle», sagt der Sprecher des Amts für Verkehr, Anselm Schwyn. Die Velofahrer sollen über ihre Möglichkeiten informiert werden: «Stellen sie sich vor, Sie ziehen um, und erhalten von der neuen Gemeinde eine Karte, auf der Velowege aufgezeigt sind» – für solche Projekte habe man nun die geeignete Fachfrau an Bord geholt.