Humor

Warum Sie am Albisriederplatz künftig sehr viel lachen können

Vor der Eröffnung gibt es für Danny Gundelfinger noch vieles zu erledigen.

Vor der Eröffnung gibt es für Danny Gundelfinger noch vieles zu erledigen.

Der Eventmanager Danny Gundelfinger eröffnet mit dem Comedyhaus ein neues Theater für heitere Stunden.

Es tut sich was am Albisriederplatz: Eventmanager Danny Gundelfinger eröffnet dort heute ein neues Theater: das Comedyhaus.

Frischer Wind weht durch das Lokal, in dem im vergangenen Sommer das «Boulevard» wegen Insolvenz auszog.

Nun soll eine Spielstätte des Lachens daraus entstehen. «Einige Leute sind gespannt und schauen ab und zu durchs Fenster», sagt Gundelfinger.

Er selbst blickt der heutigen Premiere, dem «Abend der offenen Türe», freudig entgegen. Auch wenn er schon jetzt genau weiss, dass irgendeine Sache schiefgehen wird.

«Eine eiserne Regel bei Eröffnungen», bemerkt er lächelnd. Aber man werde improvisieren und Spass vermitteln.

Gundelfinger kennt das Theater an der Albisriederstrasse schon lange; er hat dieses bereits zu Zeiten des Maiers Theaters für seine Comedy-Events in Beschlag genommen.

Vergangenen Herbst erhielt er dann die Möglichkeit, der Bühne des Quartiers neues Leben einzuhauchen: Er bekam den Zuschlag, um die Räume zu mieten, da der Hauseigentümer eine weitere kulturelle Nutzung befürwortete.

Der frischgebackene Theaterleiter konnte weiter das Inventar vom Boulevard aus der Konkursmasse retten. Einem Neuanfang für das Lokal stand nichts mehr im Wege.

Ein Theater nur fürs Lustige

Das Comedyhaus, dessen Name mittels Wettbewerb gekürt wurde, soll ein neuer Treffpunkt der Schweizer Comedy- und Kabarettszene werden.

Den Künstlerinnen und Künstlern fehle oft ein geeignetes Theater für ihre Auftritte, erzählt Gundelfinger.

Zwar würden Top-Adressen wie das Theater am Hechtplatz oder das Miller’s Studio ebenfalls über ein komödiantisches Programm verfügen, allerdings müsse dort die Bühne mit anderer Kleinkunst fern des Humors geteilt werden. Im Comedyhaus sei das anders, betont Gundelfinger.

Neben bekannten Namen wie Nils Althaus oder Guy Landolt, die sich dort bald die Ehre geben werden, soll im Comedyhaus auch der Nachwuchs eine Chance erhalten.

Unter ihnen befinden sich hoffnungsvolle Talente wie etwa Stefan Büsser oder Charles Nguela, der am 12. Februar die erste Show bestreiten darf.

Vom Anwalt zum Eventmanager

Gundelfinger kennt die hiesige Szene und viele der heute angesagten Komiker erlebte er bereits auf sogenannten «offenen Bühnen» bei ihren Anfängen. Solche Abende wird es auch bald am Albisriederplatz geben.

Neben diesem Format, genannt «Lacher-Macher», sind weitere Gefässe wie «Wilde Weiber!», exklusiv für Komikerinnen, oder eine «Warm-up»-Show für das Wochenende am Start.

Gundelfinger selbst ist promovierter Jurist, hatte beratende Funktionen in der Wirtschaft inne, amtete später als Direktor von Swiss Tennis und war Organisator von Davis- und Fed-Cup-Anlässen.

Als solcher machte er sich einen Namen, bis schliesslich die Initialzündung in Form einer Anfrage des «Montreux Festival du rire» kam.

Heute ist Gundelfinger der Veranstalter von «Züri lacht» und «Lozärn lacht» sowie der Vater der «Swiss Comedy Awards».

Mit dem Comedyhaus bekommt sein Schaffen nun eine Zentrale des Humors. «Schwermütigkeit möchte ich auf meiner Bühne nicht erleben», sagt er. Anders könnte es sich bei privaten Anlässen verhalten: Das Theater kann auch weiterhin gemietet werden.

Aber natürlich wird Gundelfinger mit seiner Leidenschaft und guten Vernetzung einige Tipps für Veranstalter in petto haben.

Die Reaktionen aus der Zürcher Theaterszene auf die neue Bühne seien bislang wohlwollend, erzählt Gundelfinger: «Die Kollegen sind erleichtert, dass nun ein gewisser Druck von ihnen wegfällt, wenn geschätzte Komödianten hier eine weitere Bühne finden.»

Manch andere beschreiben sein Vorhaben aber auch als mutig oder gar «übermütig», wie er schmunzelnd erwähnt.

Abend der offenen Türe: heute Mittwoch, 10. Februar, ab 19 Uhr, an der Albisrieder-strasse 16.

Meistgesehen

Artboard 1