Im Kanton Zürich herrscht wegen der lange anhaltenden Trockenheit und der hohen Temperaturen momentan grosse Waldbrandgefahr. Der Kanton hat deshalb am Freitag ein Feuerverbot für das ganze Kantonsgebiet in Wäldern und in Waldesnähe erlassen.
Die Feuerwehren sind auf die Gefahr vorbereitet. Wohl am besten für Waldbrände ausgerüstet sind jene in Hinwil und Fischenthal. Ihnen stehen als einzige Feuerwehren im Kanton zwei spezielle Waldbrandanhänger der Gebäudeversicherung zur Verfügung, die kantonsweit eingesetzt werden können.

Oft in abgelegenen Gebieten

Auf den Anhängern befindet sich spezifisches Löschequipment. Unter anderem Schläuche zum Löschen von Flächenbränden oder Waldbrandpatschen – eine Art stählerner Wischmob – zur Brandbekämpfung. Dazu mehrere Hacken, Rechen und Schaufeln, sowie eine Kettensäge samt Schnittschutzhose und Forsthelm.

Im Vergleich zu normalen Schläuchen seien auf dem Anhänger angebrachten Leitungen kleiner und mit 40 Metern doppelt so lang wie Standardfeuerwehrschläuche, sagt Christian Spörri von der Gebäudeversicherung Kanton Zürich. «Sie sind handlicher, die Feuerwehrleute sind damit agiler.» Zudem hätten die Schläuche durch den geringeren Durchmesser und die verwendeten kleineren Strahlrohre den Vorteil, dass sie weniger Wasser zum Löschen verbrauchen. «Da grössere Wald- und Flächenbrände sich eher in abgelegenen Gebieten entwickeln, muss das Wasser oft hingebracht werden», sagt Spörri.

Die beiden einzigen Waldbrandanhänger sind laut Spörri aufgrund einer früheren Gefährdungsbeurteilung nahe beieinander im Zürcher Oberland stationiert. Eingesetzt worden seien die Anhänger nach Spörris Kenntnisstand bis jetzt allerdings «selten, bis gar nie». «Waldbrände sind im Kanton Zürich zum Glück sehr selten. Wir brauchen deshalb auch keine eigenen Löschhelikopter.» Der grösste Flächenbrand innerhalb der letzten drei Wochen habe sich in Niederweningen auf rund 200 mal 300 Meter erstreckt. Dies könne man mit dem üblichen Equipment meistern, so Spörri. «Für einen Stoppelfeldbrand sind alle Feuerwehren ausgerüstet.»

Die gefährlichste Zeit für Waldbrände ist in unseren Gefilden grundsätzlich jedoch nicht der Sommer, sondern der Frühlingsbeginn. «Wenn der Schnee an den Südhängen wegschmilzt, die Sonne drei Wochen lang scheint und das Gras trocknet, dann beginnt im Zürcher Oberland die gefährlichste Zeit», sagt der Fischenthaler Waldbrandexperte René Stieger. Wegen der Klimaerwärmung steige die Waldbrandgefahr auch hierzulande. 2003 habe es nördlich des Gotthards erst drei Waldbrände gegeben, zehn Jahre später seien es bereits 39 gewesen.