Kraftwerk Rheinau
Warntafeln weisen auf Gefahren von Wasserstands-Schwankungen hin

In der Rheinschlaufe unterhalb des Kraftwerks Rheinau kann es für Badende gefährlich werden. Warntafeln warnen künftig vor einem raschen Anstieg des Wassers. Im August 2011 war es zu starken Wasserstandsschwankungen gekommen. Daraus wurden nun die Lehren gezogen.

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Unterhalb des Kraftwerks kann der Wasserstand stark schwanken.

Unterhalb des Kraftwerks kann der Wasserstand stark schwanken.

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Die Elektrizitätswerk Rheinau AG (ERAG) hat den Vorfall im Auftrag des kantonalen Amtes für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) analysiert und einen Bericht erarbeitet. Wasserstandsschwankungen wie jene vom Sommer können künftig nicht mehr auftreten, wie es in einer Mitteilung der Baudirektion vom Mittwoch heisst.

Die Abläufe bei Revisionsarbeiten seien standardisiert worden, heisst es im Bericht der ERAG. Durch die Wasserstandsschwankungen waren damals Boote und Bootsstege beschädigt worden. Ausgelöst wurde der Vorfall durch einen Softwarefehler bei der Wehrsteuerung.

Die Gefahrenanalyse hat nun aber gezeigt, dass unter unglücklichen Umständen in der Rheinschlaufe auch künftig Badende gefährdet sein können - und zwar im Falle einer starken Zunahme der Strömung. Ein solches Ereignis könne durch das abrupte, nicht beabsichtigte Abschalten und Schliessen der Kraftwerksturbinen ausgelöst werden.

Gefahr durch starke Strömung

In diesem Fall würde der Wasserdurchfluss in der Rheinschlaufe und damit die Strömung innerhalb von 15 bis 20 Minuten stark zunehmen. Es bliebe zwar genügend Zeit, sich aus der Gefahrenzone zu entfernen und auch Boote und Bootssteg würden nicht beschädigt. Für Badende bestehe aber eine Gefahr, schreibt das ERAG.

Deshalb werden bis zum Beginn der Badesaison 2012 an den Zugängen zur Rheinschlaufe Warntafeln aufgestellt. Zudem würde in den kommunalen Publikationsorganen auf die Gefahr hingewiesen und zum richtigen Verhalten aufgerufen. Das Ausweiten der Badeverbotszone oder akustische Warnanlagen werden gemäss Bericht nicht als nötig erachtet.

Zusammen mit der Kantonspolizei erstellt die ERAG zudem Einsatzdispositive für ein solches Ereignis. Dadurch soll auch der Informationsaustausch zwischen Kraftwerk, Polizei, Gemeinden und weiteren Behörden verbessert werden.

Das Kraftwerk Rheinau hatte in Rahmen der Gefahrenanalyse eine Vielzahl von Betriebsstörungs-Szenarien durchgespielt, bei denen Menschen oder anderes in Mitleidenschaft gezogen werden könnten.