Winterthur
Wärme aus der Tiefe: 60 Millionen für erste Etappe des Wärmeverbunds

Die Bewohner des Quartiers Neuwiesen in Winterthur sollen dank dem Wärmeverbund "Aquifer Neuwiesen" künftig mit Abwärme aus dem Grundwasser heizen können. Der Stadtrat möchte deshalb vom Grossen Gemeinderat einen Objektkredit von 60 Millionen Franken haben.

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Mit Hilfe von Wärmepumpen wird dem Grundwasser Energie entzogen. (Symbolbild)

Mit Hilfe von Wärmepumpen wird dem Grundwasser Energie entzogen. (Symbolbild)

Solothurner Zeitung

Damit lasse sich die erste Etappe des Energie-Contracting-Projekts realisieren, schreibt die Stadt Winterthur am Dienstag in einer Mitteilung. Das Geld für den Kredit stamme aus dem 70-Millionen-Franken-Rahmenkredit, den die Winterthurer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger im Juni 2015 gutgeheissen haben.

Die Heizzentrale, die in mehreren Etappen ausgebaut wird, soll unter dem Parkplatz Schützenwiese entstehen; nur die Kaminanlage und der Einstieg seien sichtbar. Die Anlage sei schweizweit eine der grössten ihrer Art und könne bis zu 7000 Haushalte versorgen, heisst es weiter.

Dem Grundwasser Energie entziehen

Das Stadtwerk Winterthur realisiert den Wärmeverbund mit einer Energie-Contracting-Anlage. Sie entzieht dem Grundwasser mit Hilfe von Wärmepumpen Energie und versorgt die angeschlossenen Liegenschaften über ein Leitungsnetz mit Heizenergie. Die Erschliessung des Quartiers erfolge innert der nächsten 20 bis 30 Jahre. Die Bedarfsspitzen werden mit Gas abgedeckt.

Anschliessend soll das heutige Gasnetz im Gebiet des neuen Wärmeverbunds schrittweise ausser Betrieb genommen werden. "Deshalb rechtfertigt sich die gleichzeitig beantragte Umlagerung von rund zehn Prozent (4 Millionen Franken) der Betriebsreserve aus der Gasversorgung zugunsten des Energie-Contractings", schreibt die Stadt.

Nachdem die erste Etappe abgeschlossen ist, kann die Anlage pro Jahr 5300 Tonnen CO2 einsparen und wird zahlreiche kleinere, fossil betriebene Heizungen ersetzen. In Sachen Energieeffizienz, Lufthygiene sowie Gewässer- und Grundwasserschutz sei diese Grossanlage auf einem deutlich höheren Standard als viele kleine Heizungen.