Kunsthaus

«Walküren über Zürich» im Kunsthaus Zürich

Richard Wagner.JPG

Richard Wagner.JPG

Mit der Ausstellung «Walküren über Zürich» hat das Kunsthaus Zürich die erste Tür geöffnet zum «Treibhaus Wagner», dem die diesjährigen städtischen Festspiele gewidmet sind.

Grund dieses Themas ist der 200. Geburtstag des deutschen Komponisten Richard Wagner (1813-1888), der neun Jahre in Zürich lebte. Die Festspiele dauern vom 14. Juni bis 14. Juli.

Die vom Kunsthistoriker Christian Bührle im Kabinett des Kunsthauses eingerichtete Ausstellung illustriert, wie die Wagner-Aufführungen in Zürich der letzten 150 Jahre künstlerisch begleitet wurden.

Musik findet sich also keine, dafür rund 150 Exponate: Bühnenbildentwürfe, -skizzen und -modelle, Szenenfotos, Plakate und Programmzettel, die Bührle von der Theatersammlung in Bern, vom Stadtarchiv Zürich oder vom Opernhaus Zürich ausgeliehen hat.

Er habe die Schau wie eine Wagner-Oper inszeniert, sagte Bührle am Donnerstag vor den Medien: mit einem Vorspiel und drei Aufzügen. Die Aufzüge finden sich in drei Räumen, die in den Farben Grün, Rot und Blau gehalten sind.

Die Exponate, die den wechselnden Zeitgeist der Inzenierungen eindrücklich spiegeln, bevölkern die Wände, während in Vitrinen weiterführende Dokumentationen einzusehen sind.

Fruchtbare Zürcher Jahre

In Zürich sind am Aktientheater, am Stadttheater und schliesslich am heutigen Opernhaus alle Wagner-Opern zur Aufführung gelangt: vom «Fliegenden Holländer» (erstmals 1852) über «Tristan und Isolde» (1892) bis zum «Ring des Nibelungen» (1929/1930). Der Ring-Zyklus wurde am Opernhaus letztmals 2000-2002 von Robert Wilson inszeniert.

Während sich die Ausstellung auf das Zusammenspiel von Oper und bildender Kunst konzentriert, vermittelt die ebenfalls von Christian Bührle gestaltete Broschüre «Walküren über Zürich» musikhistorisches und biografisches Hintergrundwissen. Abgehandelt sind die neun Wagner-Opern, aufgelistet alle Zürcher Aufführungen.

Die stichwortartige und gleichwohl informative Biografie Richard Wagner rückt die neun Zürcher Jahre des Komponisten ins Blickfeld. Nach seiner Verwicklung in den Dresdener Maiaufstand von 1849 flüchtete Wagner an die Limmat, wo er neun Jahre blieb und wo er unter anderem die Kompositonen der «Walküre» (2. Teil des Ring-Zyklus) und von «Tristan und Isolde» an die Hand nahm.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1