Wahlen
Wahlüberforderung: Jeder fünfte Wahlzettel in Zürich ist ungültig

Der Urnengang vom 9. Februar stellte die Zürcher Stimmbürger offenbar nicht nur inhaltlich vor schwere Entscheidungen. Bei den Gemeinderatswahlen mussten 20 Prozent aller Wahlzettel für ungültig erklärt werden. Zum Teil aus kuriosen Gründen.

Florian Schmitz
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Überforderte Wähler: Je nach Kreis legten landeten bis zu 27,8 Prozent ungültige oder leere Stimmen in der Zürcher Stimmregisterzentrale. (Symbolbild)

Überforderte Wähler: Je nach Kreis legten landeten bis zu 27,8 Prozent ungültige oder leere Stimmen in der Zürcher Stimmregisterzentrale. (Symbolbild)

Keystone

Richtig Wählen will gelernt sein. Was sich wie eine reine Binsenweisheit anhört, trifft auf die Stadtzücher Wähler und Wählerinnen zu. Bei den Wahlen vom 9. Februar, wo ganz unterschiedliche Abstimmungs- und Wahlsysteme zum Einsatz kamen, wurden erstaunlich viele Wahlzettel für ungültig erklärt.

Während die Stimmbürger die Stadtratswahlen noch souverän meisterten, nur 2,8 Prozent der Wahlzettel waren leer oder ungültig, kam es bei den Wahlen für den Gemeinderat zu erschreckend hohen Fehlerquoten. Wie die «NZZ» berichtet, betrug der Anteil ungültiger oder ungültig eingelegter Wahlzettel je nach Wahlkreis zwischen 14,7 und 27,8 Prozent. Insgesamt wanderten 24'306 Wahlzettel von der Urne unmittelbar in den Papierkorb, was einer Fehlerquote von 20,5 Prozent entspricht.

Wahlzettel müssen laut kantonalem Gesetz für ungültig erklärt werden, wenn etwa ehrenverletztende Bemerkungen hinzugefügt oder sämtliche Kandidaten einer Liste gestrichen werden. Als «ungültig eingelegt» gelten Wahlzettel, wenn mehrere Listen zurückgeschickt wurden oder dem Wahlcouvert ein nicht unterschriebener Stimmrechtsausweis beigelegt wurde.

Da mittlerweile fast drei Viertel der Zürcher Bevölkerung brieflich abstimmen und hier der Stimmrechtsausweis nicht kontrolliert werden kann, ergriff die Stadt in den vergangenen Jahren Massnahmen, um gegen das Vergessen der Unterschrift vorzugehen. Neben einer immer deutlicheren Markierung des Unterschriftenfeldes auf dem Stimmrechtsausweis und einem beigelegtem orangenen Merkblatt, hat die Stadt im Januar sogar alle bei der letzten Abstimmung Vergesslichen zur Erinnerung persönlich angeschrieben.

Mit dem Wahlcouvert wir aber auch vereinzelt Schabernack getrieben. Einige Wähler missbrauchen die vorfrankierten Briefumschläge etwa als mobile Entsorgung und schicken alle Wahlunterlagen integral wieder zurück. Nicht immer bleibt es bei den Rücksendungen nur bei Wahlunterlagen, auch zusammengepresste Katzenfutterpackungen seien schon in der städtischen Stimmregisterzentrale gelandet.