Nachts am Hauptbahnhof in Zürich: Das letzte Tram ist gefahren, aber man braucht unbedingt eine Transportmöglichkeit nach Wipkingen. Da schaffen die vielen Taxis am Strassenrand Abhilfe. Doch weit gefehlt: «Unter 30 Franken setze ich mich nicht ans Steuer», habe ein Fahrer kürzlich gemäss «Tages-Anzeiger» zu einem jungen Paar gesagt.

Leider kein Einzelfall: Immer mehr Taxifahrer, die auf eigene Rechnung unterwegs sind, verweigern kurze Fahrten, obwohl eine gesetzlich vorgeschriebene Mitnahmepflicht gilt. André Küttel, Geschäftsführer bei 7x7 Taxi, kennt das Problem. «Am HB ist die Situation mittlerweile so im Argen, dass man sich schämen muss», sagt er. Flavio Gastaldi von Taxi 444 bezeichnet das heutige Taxibusiness als «Tummelplatz für alle».


Polizei sieht kein Problem

Anders klingt es bei der Polizei. Dort spielt man die Situation hinunter. Man führe regelmässig Kontrollen durch, stosse dabei jedoch selten auf klare Missstände, sagt Marion Engeler, Mediensprecherin der Stadtpolizei Zürich, zum «Tages-Anzeiger». Flächendeckende Kontrollen seien aus personellen Gründen jedoch leider nicht möglich. Deshalb rät die Polizei den Taxikunden, im Fall einer verweigerten Fahrt selbst Anzeige zu erstatten.