Initiativen würden von den politischen Parteien zunehmend als Medium populistischer Meinungsmache benutzt, schreiben die Organisatoren in einer Mitteilung vom Dienstag. Diese verstehen Demokratie als «Prozess, in den auch Ideen eingebracht werden können, die Parteiprogramme oder Strategiepapiere sprengen».

Bis am 29. Juli können auf der Internetseite landsgemeinde.net Vorschläge eingereicht werden. Die erfolgreichsten jeder Kategorie werden dann im Ring auf der Gemüsebrücke diskutiert.

Die Initianten erhalten fünf Minuten Zeit, ihre Initiative darzulegen, danach wird abgestimmt. Beteiligen dürfen sich alle, egal, ob sie den Schweizer Pass haben oder nicht. Erste Vorschläge sind bereits eingegangen, darunter die Forderung nach einem Verbot von Nahrungsmittelspekulation, einer werbefreien Stadt Zürich, dem Stimmrecht ab Geburt oder einem Leuchtturm am Zürichsee.

An der ersten Zürcher Landsgemeinde am vergangenen 1. August beteiligten sich rund 300 Personen. Dazu aufgerufen hatte eine Gruppe von acht jungen Leuten zwischen 20 und 30, die sich im Verein «Landsgemeinde Zürich» zusammengeschlossen haben. Entstanden sei die Idee aus der Faszination für die direkte Demokratie, sagte damals einer der Mitintianten.