Es war am 20. Dezember 2014, als der heute 20-jährige Autolenker aus Schlieren am späten Abend mit einem Personenwagen in Schlieren über die Kesslerstrasse in Richtung Urdorf fuhr. Plötzlich drückte der junge Schweizer auf das Gaspedal. «Um die Beschleunigung zu testen», führte die Anklageschrift trocken zum Tatmotiv aus.

Fest steht, dass der Lenker über die Urdorferstrasse raste und ausgerechnet vor dem Spital Limmattal ein horrendes Tempo von über 100 km/h erreichte. Dabei passierte er gleich drei Fussgängerstreifen, mehrere Einfahrten und die zum Spital gehörende Bushaltestelle.

Zu seinem Pech tappte der Raser in eine Geschwindigkeitskontrolle der Polizei. Als sich diese den erwischten Verkehrsrowdy vorknöpfte, kam heraus, dass gegen diesen bereits eine andere Strafuntersuchung eingeleitet worden war.

Kollision auf Spitalstrasse

Unbestritten ist, dass der Beschuldigte bereits am 1. September 2014 mit einem Personenwagen mit übersetzter Geschwindigkeit herumgefahren war. Erneut in der Nähe des Spitals Limmattal.

Diesmal fuhr er viel zu schnell in die Spitalstrasse hinein und verlor dabei die Herrschaft über sein Fahrzeug. Danach kollidierte er mit einer Verkehrsinsel, schlitterte über einen Fussgängerstreifen und landete schliesslich auf der Gegenfahrbahn.

Der Beschuldigte stieg aus dem stark beschädigten Fahrzeug aus und alarmierte sogleich einen Abschleppdienst. Als die Polizei zu seinem grossen Ärger vorher am Tatort eintraf, behauptete er wahrheitswidrig, dass sein Vater das Fahrzeug gelenkt und den Unfall verursacht habe.

Mit dem Ziel, eine anstehende Blutprobe zu vereiteln. Allerdings vergebens, da die Wahrheit schon bald ans Licht kam.

Nun musste sich der heute umfassend geständige Verkehrsrowdy im Rahmen eines abgekürzten Verfahrens am Bezirksgericht Dietikon verantworten. Der Beschuldigte wurde antragsgemäss wegen grober Verkehrsdelikte und versuchter Vereitelung zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 20 Monaten verurteilt. Bei einer Probezeit von dreieinhalb Jahren.

Hinzu kamen eine Busse von 1000 Franken, Gerichtskosten von über 3000 Franken und die Weisung, an einem Lernprogramm für risikobereite Lenker teilzunehmen. Der Gerichtsvorsitzende Stephan Aeschbacher sprach von einer erheblichen Straftat und machte dem Beschuldigten klar, dass er nun mit einem längeren Entzug des Führerausweise zu rechnen habe.

Dabei warnte ihn Aeschbacher vor einem erneuten Rückfall: «Das wäre sehr dumm von ihnen», führte der Präsident aus. Es sei nämlich besonders bedenklich, dass der Beschuldigte während einer laufenden Strafuntersuchung erneut delinquiert habe. Sollte er die Probezeit verletzen, wartet auf ihn jedenfalls ein längerer Aufenthalt im Gefängnis.