Opernhaus Zürich

Von «Schwanensee» bis «Der Zauberer von Oz»: Das Kalendarium begeistert mit abwechslungsreicher Unterhaltung

Neben Schwanensee bietet der Spielplan des Opernhaus Zürichs auch Singspiele, Opern und Operetten, Kinderprogramme wie auch Balette. (Symbolbild)

Neben Schwanensee bietet der Spielplan des Opernhaus Zürichs auch Singspiele, Opern und Operetten, Kinderprogramme wie auch Balette. (Symbolbild)

Am Mittwoch hat das Leitungsteam des Opernhauses Zürich das Programm für die Spielzeit 2016/2017, die am 17. September mit dem Eröffnungsfest beginnt, vorgestellt: Das älteste Werk stammt aus der Zeit des Sonnenkönigs, das jüngste wird derzeit komponiert.

Er wüsste keinen Ort, wo er lieber tätig wäre, als in Zürich, sagte Opernhausintendant Andreas Homoki als Einstieg zur Vorstellungskonferenz der Spielzeit 2016/17. Eine Spielzeit, die auf breite Akzeptanz stossen dürfte, vereint sie doch bekannte Zugstücke mit musikalischen Entdeckungen.

Exemplarisch für den weiten Bogen stehen zwei Opern, deren Gemeinsamkeit zwar die historisch-literarische Verankerung in der griechischen Mythologie ist, die aber aus ganz unterschiedlichen Kulturen und Epochen stammen.

Dass Marc-Antoine Charpentier, Komponist der Eurovisions-Melodie, grossartige Musik geschrieben hat, beweist seine Tragédie lyrique "Médée". Barockspezialist William Christie am Pult von "La Scintilla" und Homoki als Regisseur dürften deutlich machen, dass weder Partitur noch Drama der verlassenen, fremden Frau und Mutter Staub angesetzt haben.

Ebenfalls in die Antike verweisend und mit Blut und Hass getränkt ist Manfred Trojahns Oper "Orest", die den Muttermörder und dessen Seelenqual ins Zentrum stellt. Das Werk wurde 2011 in Amsterdam uraufgeführt und kommt erstmals in die Schweiz, wie auch Altmeister Hans Neuenfels erstmals am Opernhaus Regie führt.

Singspiel und Operette

Verzicht, Loslassen und ein Schuss Exotik prägen Mozarts "Entführung aus dem Serail" und Lehárs "Land des Lächelns". Erstere dirigiert der zurzeit hoch gehandelte Teodor Currenzis; für Stimmenglanz sorgen Olga Peretyatko und Pavel Breslik als "hohes Paar". Lehárs Operette nehmen sich die beiden Hausherren an - Homoki als Regisseur, Generalmusikdirektor Fabio Luisi als Dirigent. In den Hauptrollen: Julia Kleiter als Lisa und Piotr Beczala als Sou-Chong.

Mit Webers "Freischütz" eröffnet Dirigent Marc Albrecht die Saison. Gespannt sein darf man auf die farcenhaften Funken, die der polarisierende Regisseur Herbert Fritsch aus dem erzromantischen Werk schlägt.

Einige bekannte Gesichter kommen erneut zum Zug; Tatjana Gürbaca inszeniert Massenets "Werther" mit Juan Diego Flórez in der Titelrolle; Cornelius Meister dirigiert. Calixto Bieto wird eine Lesart von Prokofjefs "Der feurige Engel" vorlegen, am Pult steht Gianandrea Noseda.

Kinderprogramm und Wiederaufnahmen

"Der Zauberer von Oz" nach L. Frank Baums Erfolgsbuch soll Kinder ab 6 Jahren ins Haus locken. Es handelt sich um ein Auftragswerk des Italieners Pierangelo Valtinoni, der schon mit "Die Schneekönigin" und "Pinocchio" bewiesen hat, dass er ein junges Publikum zu packen versteht.

Ein Höhepunkt der Saison verspricht Ballettchef Christian Spuck mit der tänzerischen Umsetzung von Verdis Requiem unter der Stabführung von Luisi, mit der Orchester, dem Ballett und dem Chor der Oper Zürich. Weiter stehen Choreografien zu Stravinsky auf dem Programm: eine Neueinstudierung von "Petruschka" durch Marco Goecke und die Überarbeitung von Edward Clug seines "Sacre". Zu zwei weiteren Ballettabenden, "Quintett" und "Corpus", kommt ein eine dritte Produktion des Junior Balletts mit dem Titel "Un ballo".

Wieder aufgenommen werden "Anna Karenina" (Spuck) und "Schwanensee" (Ratmansky). Nello Santi leitet neben einem Galakonzert Donizettis "Lucia" und "Elisir". Philippe Jaroussky, Marcelo Álvarez, Anja Harteros, René Pape und Cecilia Bartoli verleihen weiteren Wiederaufnahmen vokalen Glanz.

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