Eine normale Legehenne braucht laut Schweizer Tierschutzgesetz 14 Zentimeter Sitzstange. Ein Biohuhn hat es da schon etwas besser: 16 Zentimeter Sitzstange. Geradezu luxuriös muten die Produktionsverhältnisse gemäss den Normen der Nutztierorganisationen KAG-Freiland und Demeter an: 20 Zentimeter Sitzstange pro Tier. Von wegen luxuriös, meint der auf tiergerechte Hühnerhaltung besonders bedachte Eierproduzent Kurt Brunner aus dem Zürcher Oberland im «Tages Anzeiger» und sagt: «Am besten sollte man gar keine Eier mehr essen.» Sogleich kommt Widerspruch von Biosuisse: In Bioställen gebe es genug Platz, und nicht alle Hühner sässen immer auf der Stange, gibt Mediensprecher Lukas Inderfurth zu bedenken.

Ob es für Grossraumbüros zur Haltung produktiver Menschen ähnlich detaillierte Vorschriften gibt, entzieht sich meiner Kenntnis. Doch ich weiss aus meinem Umfeld: Man sitzt dort eng aufeinander. Und täglich gibt es Situationen, wo man einander stört respektive von der Arbeit ablenkt. Diese kann dadurch in ihrer Qualität beeinträchtigt (oder befruchtet) werden. Ob es Legehennen in normierten Ställen oder Bürogummis in raumsparenden Grossraumbüros besser haben, sei dahingestellt. Beide müssen vor allem eines: tagtäglich liefern. In möglichst gleichbleibender Qualität, mindestens. Einen Vorteil haben die Bürogummis: Sie können leichter ausbrechen. Und, glauben Sie mir, das kann die Kreativität beflügeln. Was sich dann wiederum positiv auf die Qualität des abzuliefernden Produkts auswirkt. Auf dass es nicht wie ein Ei dem anderen gleiche.