Baustelle

Von der Hochschule zum Markt an der Lagerstrasse

Die Pädagogische Hochschule Zürich (PHZH) wird termingerecht im Herbst 2012 ihre Räumlichkeiten im neuen Stadtteil Europaallee beim Zürcher Hauptbahnhof beziehen können. Nach der Fertigstellung des Rohbaus laufen derzeit die Innenausbauten auf Hochtouren.

Die Bauarbeiten auf dem Baufeld A, dem grössten der insgesamt 8 Baufelder in der Europaallee - seien im Zeitplan, sagte Gesamtprojektleiter Rico Gugelmann am Montag anlässlich einer Baustellenbesichtigung. Die rund 1800 Studierenden der PHZH könnten wie geplant am 21. September 2012 die Räume beziehen.

Laut Gugelmann ist die erste Etappe der Europaallee eine der grössten Baustellen im Hochbau in der Schweiz. Seit Baubeginn im Sommer 2009 wurden 144'000 Tonnen Beton und 7300 Tonnen Stahl verbaut.

Das Baufeld A umfasst vier Gebäude mit einer Gesamtfläche von 62'500 Quadratmetern, was etwa zehn Fussballfeldern entspricht. Drei Gebäude werden von der PHZH genutzt, das vierte entlang den Gleisen von der Bank Clariden-Leu.

Integriert in die PHZH ist eine Kinderkrippe, die Studierenden mit Kindern das Studium an der Hochschule erleichtern soll. Die Investitionen für die erste Etappe der Europaallee belaufen sich auf rund 300 Millionen Franken.

Campus mit atemberaubendem Ausblick

Das höchste Gebäude ist mit 40 Metern der Hochschul-Campus, der vom 10. Stock aus einen atemberaubenden Ausblick auf die Stadt mit Zürichsee und Alpen im Hintergrund bietet. «Wohnungen an dieser zentralen Lage würden sicher hohe Renditen abwerfen», räumte Gugelmann ein. Die SBB habe sich aber bewusst für die Hochschule entschieden.

Kommerziell genutzt wird die mächtige Mall unter dem Campus- Platz, die sich von der Lagerstrasse bis zur künftigen Europaallee erstreckt. Der Raum soll mit einer der grössten LED-Anlagen Europas ausgeleuchtet werden.

Für die Verkaufsflächen im Erdgeschoss hat die SBB bereits mehrere Mietverträge abgeschlossen. Unter anderen wird Ochsner Sport hier den ersten Frauen-Shop in der Schweiz eröffnen.

Marktstimmung an der Lagerstrasse

Leben werde die Europaallee vor allem von der generell öffentlichen Nutzung der Erdgeschosse, sagte Christian Faber, Projektleiter Entwicklung bei der SBB. «Wir wollen einen Stadtteil schaffen, in dem das Leben pulsiert».

Dazu beitragen soll auch ein zusammenhängender Markt mit Boulevard- und Flanieratmosphäre entlang der Lagerstrasse, der sich vom Baufeld A bis zur Langstrasse erstrecken wird. Für den Markt werden derzeit «authentische Anbieter», vorab aus den Kreisen 4 und 5 gesucht.

Die künftigen Betreiber müssten mit einem Ladenunikat überzeugen und für den Markt Lagerstrasse ein neues Konzept entwickeln, erklärte Faber. Die Ausschreibung dauert noch bis Ende Juni. Danach will die SBB eine «sorgfälige Auswahl» treffen.

Vergünstigte Mietzinsen

Profitieren könnten die Anbieter von vergünstigten Mietzinsen, sagte Faber. Damit sollen auch Kleinhandwerker eine Chance haben. Ziel sei, einen unverkennbaren, eigenständigen Ort und eine hohe Indentifikation mit der Lagerstrasse zu schaffen.

Insgesamt werden in der Europaallee in den nächsten zehn Jahren über 6000 Arbeitsplätze und 400 Wohnungen realisiert. Gebaut wird derzeit auch auf dem Baufeld C, das die SBB an die UBS abgetreten hat. Gesamthaft werden in die Europaallee 1,5 Milliarden Franken investiert.

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