Winterthur
Von Bibliothekskarte bis Busbillett: 168 Beschwerden für die Winterthurer Ombudsfrau

Im vergangenen Jahr haben die Winterthurerinnen und Winterthurer 168 neue Beschwerden eingereicht. Das sind leicht weniger als im Vorjahr (191). Die meisten Reklamationen betrafen das Departement Soziales.

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Winterthurerinnen und Winterthurer haben im vergangenen Jahr 168 neue Beschwerden eingereicht.

Winterthurerinnen und Winterthurer haben im vergangenen Jahr 168 neue Beschwerden eingereicht.

Keystone

In 65 Fällen beschwerten sich Winterthurerinnen und Winterthurer im vergangenen Jahr über das Sozialamt. Schon weit weniger Beschwerden gab es für das Schuld- und Sportdepartement (29 Fälle) und das Departement Sicherheit und Umwelt (19 Fälle). Dies geht aus Jahresbericht der Ombudsfrau Viviane Sobotich hervor, der am Dienstag publiziert wurde.

Eine Reklamation über das Sozialamt, die Sobotich in ihrem Jahresbericht erwähnt, betrifft die Kosten für einen Schulausflug. Eine Mutter beschwerte sich, weil das Amt die Kosten für den Ausflug ihrer Tochter nicht übernehmen wollte. Der Grund sei gewesen, dass sie das Gesuch per Briefpost gestellt habe.

Gesperrte Bibliothekskarte

In einer anderen Reklamation über das Departement Kulturelles und Dienste ging es um eine Bibliothekskarte, die gesperrt wurde. Ein Sozialhilfeempfänger konnte die Schuld aus früheren Jahren jedoch nicht bezahlen. Das Lesen sei aber seine einzige Freude.

Beschwerden gab es auch über die Bus-Chauffeure. In einem Fall ging es um ein verschwundenes Busbillett, das ein Passagier erst nach der Busfahrt in seiner Hosentasche gefunden hatte. Er habe es sogleich am Schalter vorgelegt. Dennoch habe er eine Strafe zahlen müssen.

Auffällig lange Verfahrensdauer

Im vergangenen Jahr hatte die Ombudsfrau gleich mehrere Geschäfte, die eine sehr lange Verfahrensdauer hatten. So etwa der Fall einer städtischen Mitarbeiterin, die stolze zwei Jahre auf den Entscheid warten musste, ob sie eine Abfindung erhält, weil ihr Pensum gekürzt wurde. Bis zum Zeitpunkt des Entscheides hatte sie längst wieder auf ein Vollzeitpensum aufgestockt, weil es in ihrer Abteilung freiwillige Kündigungen gab.

Ein anderes Beispiel ist jenes einer Anwohnerin, der eine lärmige Bar den Schlaf raubt. Bereits vor elf Jahren hatte die Stadt dem Barbetreiber Vorschriften zur Lärmreduktion gemacht. Durchgesetzt worden seien sie aber immer noch nicht.

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