1.-April-Scherze
Von alten Schlachten und neuen Handy-Verboten

Ein falsches Marignano-Jubiläum, ein Handy-Verbot für Fussgänger und mehr Einnahmen für Winterthur dank eigener Strassen-Vignette: Zürcher Zeitungen und Radiostationen haben ihr Publikum am Mittwoch gehörig aufs Glatteis geführt.

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April, April: Auch Disney zieht mit – Für die Gestaltung der Raumschiffe im neuen Star-Wars-Film soll niemand geringeres als die Staubsauger-Firma Dyson verantwortlich sein.

April, April: Auch Disney zieht mit – Für die Gestaltung der Raumschiffe im neuen Star-Wars-Film soll niemand geringeres als die Staubsauger-Firma Dyson verantwortlich sein.

watson.ch

Mit einer historischen Sensation wartete der "Tages-Anzeiger" auf: Die Schweiz begehe das 500-Jahr-Jubiläum zur Schlacht von Marignano zwei Jahre zu spät. Zürcher und Mailänder Forscher hätten Dokumente entdeckt, welche die Schlacht auf 1513 datierten.

Wer darauf hereinfiel, wurde immerhin getröstet: Gegen Vorweisen des "Tagi"-Artikels spendierte das Landesmuseum Zürich einen Gratis-Eintritt in die Marignano-Ausstellung.

Mit einem kompletten Handy-Verbot für Fussgänger, Velofahrer und Autofahrer schickte die "NZZ" ihre Leserinnen und Leser in den 1. April. Die Stadt Zürich wolle so Unfälle verhindern. Noch unklar sei, ob das Verbot auch für Smart-Watches gelte.

Der "Holidi" wird zersägt

Einmal mehr gespart wird in Winterthur: Der "Landbote" berichtete, dass die Stadt am Mittwoch den Holzmann "Holidi" zersäge. Die Initiative zur Rettung der Skulptur sei ja für ungültig erklärt worden, weshalb die Stadt nun vorwärts machen wolle. Die ursprünglich vorgesehene "Endlagerung" im Friedhof Rosenberg sei zu teuer. Schon heute würden Forstamts-Mitarbeiter ans Werk gehen.

Einen Spar-Scherz erlaubte sich auch Radio Top in Winterthur. Der Sender meldete, dass die Strassen ab dem 29. Juni kostenpflichtig würden. Wer durch Winterthur fahre, müsse neu für 100 Franken eine "Winti-Vign" kaufen. Die Stadt erhoffe sich dadurch jährliche Mehreinnahmen von mindestens 20 Millionen Franken. Gleichzeitig soll so das Stau-Problem gelöst werden.

Einen Wahlkampf-Scherz erlaubte sich der "Zürcher Unterländer": Das Bundesgericht habe entschieden, dass gewisse Wahlplakate aus Gründen der Verkehrssicherheit abmontiert werden müssten. Von den Tausenden im Unterland aufgestellten Plakaten würden deshalb die meisten noch vor Ostern entfernt. Um die "illegalen" Plakate ausfindig zu machen, richtete der "Unterländer" eine Meldestelle ein.

Meteor-Teile am Hirzel

Von einem Naturphänomen berichtete die "Zürichsee-Zeitung". Ein Spaziergänger habe an einem Waldrand beim Hirzel einen Teil des Meteors gefunden, der Mitte März vermutlich irgendwo in der Schweiz zu Boden ging. Das Stück sei so gross wie eine Faust und glänzend. Forscher der ETH hätten den Fundort weiträumig abgesperrt und suchten gegenwärtig nach weiteren Meteor-Teilen.

Der "Zürcher Oberländer" präsentierte eine Überraschung für Pendler: Die Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland würden versuchsweise eine Toilette in einen Bus einbauen. Das erste mobile WC sei im Heck eines Busses eingebaut, der zwischen Oetwil am See und Uster verkehre. Die Jungfernfahrt finde - April April - heute statt.

Lift im Limmat-Tower vergessen

Die "Limmattaler Zeitung" berichtete von einem grossen Lapsus bei der Planung des Limmattower in Dietikon: In den obersten zehn Geschossen sei der Lift vergessen gegangen. Wer eine der Wohnungen in den Stockwerken 14 bis 24 kaufe, müsse deshalb ab dem 13. Stockwerk zu Fuss gehen.

Die Baufirma werde ihren Fehler aber wieder ausbügeln und einen Glaslift an der Fassade installieren. Wer in die obersten zehn Stockwerke wolle, müsse dann eben unterwegs umsteigen.

Mit James Bond im Thermalbad

Radio 1 wiederum suchte am 1. April Statisten für den neuesten James-Bond-Streifen "Spectre". Die Szene werde im Thermalbad & Spa in Zürich gedreht, meldete der Sender. Mehrere Hörerinnen und Hörer fielen tatsächlich auf diesen Aufruf herein. Statt auf Daniel Craig trafen sie beim Thermalbad aber nur auf eine Bond-Pappfigur.