Kreis 9
Von 50 auf 30 km/h: In Altstetten wird das Tempo reduziert

Die Stadt Zürich hat Geschwindigkeitsreduktionen angeordnet. Weil diese grosse Nachteile für den öffentlichen Verkehr mit sich brächten, wird aber nur im Kreis 9 langsamer gefahren.

Lina Giusto
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Auf der Altstetterstrasse wird zwischen Hohl- und Badenerstrasse das Tempo reduziert.

Auf der Altstetterstrasse wird zwischen Hohl- und Badenerstrasse das Tempo reduziert.

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Bei rund 60 Liegenschaften in den Zürcher Kreisen 9, 6 und 7 werden die Lärmimmissionsgrenzwerte überschritten. Insgesamt sind davon rund 510 Anwohner und 10 Arbeitsplätze betroffen.

Mit der seit Freitag öffentlichen Planauflage informiert das Gesundheits- und Umweltdepartement der Stadt Zürich über die letzte Etappe der seit 2011 laufenden Strassenlärmsanierung. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 220'000 Franken.

Fast 400 Anwohner profitieren

Für einen 400 Meter langen Abschnitt an der Altstetterstrasse beantragt die Stadt Zürich eine Temporeduktion von 50 auf 30 Kilometer pro Stunde. Damit kann der Lärm dort um zwischen 2,5 und 3 Dezibel reduziert werden. Von der Sanierung profitieren tagsüber 276 und nachts 391 Anwohner. Zudem verlagert sich der Verkehr deswegen nicht unerwünscht, und der Zeitverlust im Busbetrieb ist verkraftbar, heisst es im Strassenlärmsanierungsbericht.

Trotz Temporeduktion können die lärmrechtlichen Anforderungen jedoch bei 16 Gebäuden in Altstetten nicht eingehalten werden. Dafür beantragt das Gesundheits- und Umweltdepartement Sanierungserleichterungen. Bei hohen Betriebseinschränkungen oder Kosten kann auf lärmverringernde Sanierungen verzichtet werden.

Grosse Verzögerungen moniert

Auch für die Rosengarten-, Buchegg- und Tièchestrasse im Kreis 6 sowie die Tobelhofstrasse im Kreis 7 werden Erleichterungen gefordert. In allen vier Fällen sei eine Temporeduktion unverhältnismässig, weil damit grosse Verzögerungen im öffentlichen Verkehr entstünden. Zudem wird gemäss Planauflage auf den Bau von Lärmschutzwänden an den betroffenen vier Strassenabschnitten verzichtet: «Eingeholte Offerten haben gezeigt, dass die Kosten für ein solches Bauwerk aufgrund der notwendigen Verstärkung der Stützmauer sehr hoch sind.» Zudem sei der Nutzen von lärmarmen Strassenbelägen nach heutiger Kenntnis noch mit zu grossen Unsicherheiten behaftet.

Übersteigt der Lärm den Alarmwert deutlich, übernehmen Stadt und Kanton Zürich die Kosten für den Einbau von Schallschutzfenstern bei den betroffenen Liegenschaften. Liegt der Lärm zwischen dem Alarmwert und der Schädlichkeits- und Lästigkeitsgrenze, dann werden pro Schallschutzfenster zwischen 300 und 550 Franken übernommen.