Zürich
Vom Regenschirm bis zum Kronleuchter: Der Flohmi unter der Discokugel

Einmal jährlich muss der Fundus des Kaufleuten geräumt werden – sonst würde es platzen. Einen so grossen Flohmarkt in beiden Sälen gab es aber noch nie. Und auch nicht so viele Kunden auf Trouvaillenjagd.

Andrea Weibel
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Flohmarkt im Kaufleuten: Hochsaison für Trouvaillen-Jäger
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Flohmarkt im Kaufleuten: Hochsaison für Trouvaillen-Jäger
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Stöbern am Flohmarkt im Kaufleuten
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Flohmarkt im Kaufleuten: Hochsaison für Trouvaillen-Jäger

Heinz Diener

Glitzernde Silberfäden zieren die Wände, von der Decke hängt eine überdimensionierte Discokugel und aus den Lautsprechern tönt elektronische Musik. Doch für einmal wird im Raum dazwischen nicht getanzt und gefeiert, sondern gefeilscht, anprobiert und verkauft: Clubsaal, Festsaal und Lounge des Kaufleuten sind zum grossen Flohmarkt geworden, dem grössten, den das Haus je gesehen hat.

Hier findet man schlicht alles, was das Herz begehrt: «Ich suche Klavierstücke auf Schallplatte», erklärt ein Kunde der Verkäuferin an einem der 50 Stände. «Hier sind die Platten meiner Grosseltern, da könnten Sie Glück haben», hilft Sibylle Egloff aus Othmarsingen. Der Kunde beginnt, selig im Stapel zu stöbern. Die junge Frau, die ihren Stand mit zwei Freundinnen betreibt, hält fest: «Es fällt mir gar nicht leicht, meine Sachen zu verkaufen. Aber wir sind gerade umgezogen, da sind jede Menge Dinge zum Vorschein gekommen, die wir nun wirklich nicht mehr brauchen. Und wenn sich jemand darüber freut, dann ist das auch für mich schön.»

An normalen Flohmärkten im Kaufleuten, die jährlich stattfinden, sind rund 15 Stände aufgebaut, alle von den Betreibern des Lokals selbst oder deren Angestellten besetzt. «Doch dieses Mal wollten wir den Markt etwas grösser aufziehen», so Marc Brechtbühl, Patent-Inhaber und Teilhaber des Kaufleuten. Von den 50 Ständen sind 20 von der Kaufleuten-Crew oder deren Freunden besetzt, wie beispielsweise vom jungen Zürcher Unternehmen Buy Box. Die restlichen 30 Plätze wurden verlost. «Für diese 30 Stände hatten wir 600 Bewerbungen», staunt Brechtbühl. «Damit hätten wir nie gerechnet, das ist genial.»

Am Morgen vor dem Flohmarkt meint er, 5000 Besucher könnten ein realistisches Ziel sein. Doch am Nachmittag klingt er noch überschwänglicher: «Wir sind vollkommen überrannt worden. Wir sind mehr als zufrieden.» Wie viele Kunden genau da waren, kann er noch nicht abschätzen. Aber: «Es war von Anfang an pumpenvoll. Unglaublich.»

Oben auf der Bühne werden die Trouvaillen des Klaufleuten selber angeboten. Einige haben spannende Geschichten, die nur Insider kennen: «In einer Pariser Vitrine bewahrten wir immer unser Gästebuch auf. Weil man sie aber nicht abschliessen konnte, passierte es mehr als einmal, dass wenige Tage, nachdem beispielsweise Madonna, Take That oder Robbie Williams sich verewigt hatten, die entsprechende Seite auf einmal fehlte», berichtet Brechtbühl. Auch eine Lampe aus New York, unter deren Licht einst Madonna gegessen hat, findet sich unter den Verkaufsstücken. Diese Perle sicherte sich ein ehemaliger Angestellter des Kaufleuten. «Sie wird nun in dessen neuem Restaurant in Zürich stehen, sie lebt also weiter», freut sich Brechtbühl.

Zwischen Kleiderständern, Bücherbergen und Schuhen finden sich ebenfalls Lieblingsstücke mit Geschichte, allerdings im kleineren Stil. Den Freundinnen Daniela Maurer und Manuela Brechtbühl aus Baden, die sich einen Stand teilen, fällt es dennoch nicht schwer, sich von ihren Shirts, Hosen und Partykleidern zu trennen. «Wenn Anbauen keine Option ist, muss man eben ab und zu ausmisten», lacht Brechtbühl. Sie haben sich im Aargau schon das eine oder andere Mal einen Flohmarktstand geteilt, aber vom Kaufleuten sind sie begeistert: «Ich habe mich sehr gefreut, als ich die Zusage erhalten habe», erinnert sich Maurer, «die Stimmung hier ist super, die Lokalität auch, halt etwas ganz anderes als normale Flohmärkte.» Dass sich in einer anderen Ecke zwei Kundinnen beklagen, das Licht sei zu schummrig, sodass man die Farben nicht richtig sehen könne, stört sie nicht. «Das Ambiente ist einzigartig. Es macht Spass», sind sich die beiden Badenerinnen einig.

Czilla Frey aus Zürich sieht es genauso. Sie verkauft Kleider von sich und ihrer Schwester, geniesst die Atmosphäre und die gute Laune der Leute. «Meine Kleider möchte ich nicht einfach in die Altkleidersammlung geben. Denn hier freuen sich die Leute so, wenn sie ein schönes Stück günstig kaufen können.»
Ob es eine zweite Ausgabe des grossen Flohmarktes im Kaufleuten geben wird, ist noch nicht bekannt. «Aber wenn sich 600 Leute dafür anmelden möchten, denke ich, dass es sich lohnt», sagt Marc Brechtbühl.