Die Auflösung des Seelsorgeraums Dietikon-Schlieren war vom Bistum Chur beschlossen worden, nachdem Kurt Vogt seinen Rücktritt als Seelsorger für den Verbund mit gut 16 000 Mitgliedern bekannt gegeben hatte (die Limmattaler Zeitung berichtete).

«Nach dem Entscheid zur Auflösung des Seelsorgeraums mussten wir uns nach einem neuen Pfarrer umsehen», sagte Dietikons Kirchenpflegepräsident Karl Geiger gestern an einer Medienorientierung. Die Kirchenpflege sei erleichtert, dass man nun einen passenden Kandidaten für die Stelle gefunden habe, so Geiger. «Wir haben befürchtet, dass es schwieriger wird.» So gebe es viele Gemeinden, die bei der Besetzung ihrer Pfarrstelle grosse Mühe hätten. In Dietikon gab es dieses Problem laut Geiger nicht. «Wir waren erstaunt, dass vier Bewerbungen eingegangen sind.» Neben Sutter sei noch ein anderer valabler Kandidat unter den Bewerbern gewesen.

Zehn Jahre Unternehmer

Vorerst wird Sutter als Pfarradministrator angestellt. Das im Vergleich zur Pfarrwahl flexiblere Anstellungsverhältnis ist für Neu-Pfarrer üblich, wie Geiger sagte. «Es gibt beiden Seiten die Möglichkeit, sich kennen zu lernen. Und sich zu trennen, falls die Zusammenarbeit nicht funktioniert.» Sutter übernehme aber die gleichen Aufgaben wie ein gewählter Pfarrer. Die Anstellung als Pfarradministrator ist auf ein Jahr begrenzt. «Wenn alles gut geht, wird Sutter im Sommer 2017 der Kirchgemeinde zur Wahl vorgeschlagen», sagte Geiger, der diesbezüglich zuversichtlich ist. So habe Sutter in der ungefähr gleich grossen Kirchgemeinde Uster als Aushilfe bereits die Aufgaben des Pfarrers kennen gelernt. «Neben seelsorgerischer Erfahrung bringt er aber auch Qualitäten mit, um Leute zu führen», sagte Geiger mit Verweis auf Sutters beruflichen Werdegang.

So führte der 45-Jährige zehn Jahre lang ein eigenes Geschäft im Parfümhandel. Während des Studiums in Betriebswirtschaft, das er im Anschluss begann, habe er zum Glauben gefunden, sagt Sutter. «Das Interesse daran wurde mit der Zeit immer stärker.» Der einstige Unternehmer absolvierte schliesslich ein Einführungsjahr im Priesterseminar und studierte danach Philosophie und Theologie. 2013 erhielt er die Weihe zum Diakon und Priester. Seither ist er Vikar in Uster. «Nach den Jahren der Lehrzeit möchte ich nun eine neue Herausforderung annehmen», begründet Sutter seinen Wechsel nach Dietikon. «Uster wird aber meine erste Liebe bleiben.»

Alles beim Alten in Schlieren

Während in Dietikon nach der Auflösung des gemeinsamen Seelsorgeraums ein neuer Pfarrer die Nachfolge von Kurt Vogt antritt, bleibt in Schlieren alles beim Alten: Wie Kirchgemeindepräsident Hubert Zenklusen auf Anfrage sagt, arbeitet Vogt in Schlieren weiterhin als Pfarrer. «Er kennt die Kirchgemeinde und wurde hier gut aufgenommen», begründet Zenklusen die Wahl. Das Bistum Chur sowie das Zürcher Generalvikariat hätten dieser bereits zugestimmt, Ende Mai werde die Kirchgemeindeversammlung darüber befinden.

Vogt trat als Leiter des Seelsorgeraums Dietikon-Schlieren zurück, weil es die Grösse des Verbunds schwierig mache, «alle Aufgaben unter einen Hut zu bringen», wie er Ende vergangenes Jahr sagte. Mit der Aufteilung des Seelsorgeraums in zwei eigenständige Pfarreien sei dies nicht mehr der Fall, erklärte Vogt gestern seinen Verbleib in Schlieren. Und: «Mit den vielen verschiedenen Nationen und der rasanten Entwicklung bietet die Gemeinde reizvolle Aufgaben.»