WEF

Volle Hotels, aufgestockte Polizei und Anti-WEF-Demos: Trump sorgt auch in Zürich für Ausnahmezustand

Am 22. Januar organisiert ein Bündnis aus Jusos und Jungen Grünen auf den Helvetiaplatz die Demonstration «Züri gäge s‘WEF». Bild: (23. Januar 2018)

Am 22. Januar organisiert ein Bündnis aus Jusos und Jungen Grünen auf den Helvetiaplatz die Demonstration «Züri gäge s‘WEF». Bild: (23. Januar 2018)

Am Dienstag startet in Davos das Weltwirtschaftsforum. Auch Zürich bekommt das zu spüren: Die Hotels sind gut gebucht. 300 Zürcher Stadtpolizisten werden im Einsatz stehen, sowohl in Zürich als auch in Davos. Die Gegner des WEFs feiern dieses Jahr selbst ein Jubiläum.

Am Flughafen Zürich kommen alle Staatsgäste an. Während die hohen Gäste weiter nach Davos reisen, wird ein Teil des Anhangs in Zürich bleiben. Kantonspolizisten werden sich um den Flughafenbereich und um die Absicherung kümmern. Zudem werden Gegner des WEFs am Dienstag Anti-WEF-Demonstrationen organisieren: «Züri gäge s‘WEF».

Die US-Regierung hat Zimmer in drei Zürcher Hotels reserviert. Im Sheraton sind sie für die White House Communications Agency reserviert, im Mövenpick-Flughafen-Hotel für den Secret Service und im Marriot für Trump selbst, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt.  Ob die Delegation dort tatsächlich unterkommt, sei jedoch streng geheim. Es besteht die Möglichkeit, dass Donald Trump am Dienstag direkt vom Flughafen Zürich per Helikopter nach Davos weiterfliegt, ohne die Stadt zu betreten. Wann genau US-Präsident Donald Trump in Zürich landet, ist unklar. Der Flughafen hält sich diesbezüglich bedeckt. Die Zahl der zusätzlichen Starts und Landungen in der WEF-Woche bewege sich im Umfang der letzten Jahre, teilte der Flughafen am Freitag mit. Im Vergleich zu einem Durchschnittstag bedeutet das rund 130 Flugbewegungen mehr pro Tag.

Hotels sind gut gebucht

Das WEF habe sicher eine positive Auswirkung auf die Hotels in der Region, erklärt Martin von Moos, Präsident des Hotellerieverbands der Zeitung. Es seien aber vor allem internationale Hotelketten und Flughafenhotels, die davon profitieren. Während die hohen Gäste weiter nach Davos reisen, wird ein Teil des Anhangs in Zürich bleiben. «Vor zwei Jahren war ein ziemlicher Ansturm, da waren die Hotels sehr stark gebucht», zitiert die Zeitung Moos. Die Zusage Trumps habe damals noch einmal deutlich mehr Interessenten nach Zürich gelockt.

Auch dieses Jahr wird Greta Thunberg wieder nach Davos reisen. Wie bereits 2018 wird sie in Zürich nicht öffentlich in Erscheinung treten, lässt ihr Team wissen. Bevor Thunberg nach Davos reist, nimmt sie am 17. Januar noch an einem grossen Streik in Lausanne teil. Bei der Protestwanderung von Landquart in Richtung Davos nimmt sie jedoch nicht teil. Sollte sie wie üblich per Bahn reisen, wird sie zumindest auf dem Weg von Lausanne nach Davos im Hauptbahnhof Zürich umsteigen.

Wie letztes Jahr reist Greta Thunberg auch heuer ans WEF.  Bild: Keystone (Davos, 23.1.2019)

Wie letztes Jahr reist Greta Thunberg auch heuer ans WEF. Bild: Keystone (Davos, 23.1.2019)

300 Stadtpolizisten werden im Einsatz stehen

Polizeidienststellen schicken jedes Mal aus der ganzen Schweiz Kräfte nach Davos. 300 Zürcher Stadtpolizisten werden in Spitzenzeiten im Einsatz stehen, sowohl in Zürich als auch in Davos. Die Zürcher Polizistinnen und Polizisten, die in Davos sind, kümmern sich vor allem um Personentransporte und Personenschutz sowie um Einsätze bei Demonstrationen. Auch Diensthunde stehen im Einsatz, sowie Mitarbeitende des Forensischen Institutes, für den Fall, dass es zu Vorfällen mit Sprengstoff kommen sollte. In Zürich kümmern sich die Polizistinnen und Polizisten vor allem um die Sicherheit der völkerrechtlich geschützten Gäste, also Politiker. Es soll ähnlich ablaufen wie im den vergangenen Jahren. Als Trump 2018 zuletzt kam, waren an den Spitzentagen 400 Zürcher Kantonspolizisten fürs WEF im Einsatz.

«Das andere Davos», die Gegner des WEFs, feiern dieses Jahr selbst ein Jubiläum: «20 Jahre Widerstand gegen die kapitalistische Globalisierung». Am 22. Januar organisiert ein Bündnis aus Jusos und Jungen Grünen auf den Helvetiaplatz die Demonstration «Züri gäge s‘WEF». Die Idee: «Gemeinsam wollen wir unsere Kräfte verbinden und gegen das WEF protestieren.» Nach Bewilligung der Demo wurde das WEF-Polizeikontingent der Stadtpolizei Zürich für Donnerstag um 100 Einsatzkräfte erhöht.

Autor

Larissa Cathomen

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