Ausstellung
Völkerkundemuseum ergänzt Heinrich-Harrer-Sammlungen

Das Völkerkundemuseum der Universität Zürich, das zahlreiche Objekte des österreichischen Bergsteigers und Tibet-Reisenden Heinrich Harrer (1912-2006) besitzt, hat die Sammlungen mit weiteren Materialien ergänzen können.

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Heinrich Harrer, 1995, umringt von tibetischen Mönchen.

Heinrich Harrer, 1995, umringt von tibetischen Mönchen.

sda

Das Völkerkundemuseum Zürich hat den reichen Bestandteil an Dokumentationsmaterial zu und von Heinrich Harrer erweitern können. Die Objekte werden nun wissenschaftlich erforscht, wie das Museum am Dienstag mitteilte.

Heinrich Harrer gehörte 1938 zu den Erstbesteigern der Eiger-Nordwand. Während einer Himalaya-Expedition brach der Zweite Weltkrieg aus. Harrer wurde in Indien verhaftet und in einem britischen Gefangenenlager interniert.

Nach seiner Flucht nach Tibet verbrachte er mehrere Jahre in Lhasa. Seine Zeit am Hofe des jungen Dalai Lama hat er in dem Buch "Sieben Jahre in Tibet" verarbeitet, das auch verfilmt wurde.

Das Völkerkundemuseum besitzt einen Grossteil der bedeutenden Tibet-Objektsammlung und -Dokumentation Harrers sowie die dazugehörige schriftliche und visuelle Dokumentation. Der Österreicher hatte sie 1972 dem Museum verkauft.

Gleichzeitig schenkte er dem Völkerkundemuseum Konvolute von Ethnografika aus West-Neuguinea, Brasilien, Surinam/Französisch Guyana sowie zum Thema Abwehrzauber.

Nach dem Tod von Harrers Witwe im vergangenen Jahr ist das Museum nun in den Besitz weiterer Teile des dokumentarischen Nachlasses gelangt. Dabei handelt es sich um Bücher, Bildmaterial und Schriftgut. Damit habe man die Harrer-Sammlungen um wichtige Bestandteile ergänzt und bestehende Lücken weitgehend schliessen können.

Die Harrer-Sammlungen werden nun in einem mehrjährigen wissenschaftlichen Projekt in Kooperation mit weiteren Museen fortlaufend erschlossen und erforscht. Die Ergebnisse sollen zu gegebener Zeit in Ausstellungen und Publikationen präsentiert werden.