Bezirksgericht
Viereinhalb Jahre Freiheitsstrafe für Strassenräuber

Um seiner schwangeren Freundin finanziell zu helfen, hat ein Aargauer Hilfsarbeiter in Zürich gleich drei Frauen mit einem Messer überfallen. Darunter ausgerechnet eine schwangere Richterin. Nun muss der Räuber für viereinhalb Jahre hinter Gitter.

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«Ich will dein Portemonnaie», zischte der Strassenräuber. (Symbolbild)

«Ich will dein Portemonnaie», zischte der Strassenräuber. (Symbolbild)

Keystone

Es war am 16. Dezember des vergangenen Jahres, als eine schwangere Aargauerin schlechte Nachrichten von einem Spital in Baden erhielt. Aufgrund unklarer finanzieller Verhältnissen weigerte sich das Spital, sie weiter zu untersuchen.

Das war zu viel für den heute 24-jährigen Freund der baldigen Mutter. Der mehrfach vorbestrafte Hilfsarbeiter aus Bremgarten AG beschloss, nach Zürich zu gehen, um «sofort etwas Geld zu machen». Er wollte auf offener Strasse mehrere Frauen mit einem Messer überfallen und berauben.

Schwangere Richterin im Glück

Nur drei Tage später schritt der Aargauer im Zürcher Kreis 5 zur Tat. Um 19.30 Uhr ging er an der Heinrichstrasse zunächst ausgerechnet auf eine schwangere Richterin los. «Ich will dein Portemonnaie», zischte er und richtete ein Küchenmesser gegen den Bauch des Opfers.

Die bedrohte Juristin reagierte jedoch gefasst und gab dem Angreifer zu verstehen, dass sie weder Bargeld noch ein Mobiltelefon auf sich trage. Dabei zeigte sie dem Beschuldigten ihre Tasche. Der Täter liess danach von ihr ab und suchte das Weite.

20 Minuten später hatte ein zweites Opfer weniger Glück. Der Täter richtete einer 48-Jährigen sein Messer an den Hals und verlangte Geld. Diesmal kam er zum Ziel und nahm der Frau 40 Franken ab. Dann versetzte er ihr einen heftigen Faustschlag ins Gesicht. Kurz darauf überfiel der Strassenräuber eine dritte Frau. Er entriss der 29-Jährigen 62 Franken und ein Mobiltelefon. Kurz danach konnte die Polizei den Täter festnehmen.

Teilweise geständig

Vor dem Bezirksgericht Zürich zeigte sich der Beschuldigte grundsätzlich geständig, bestritt aber den Faustschlag gegen eines der Opfer. Zudem hielt er fest, dass er das Messer nicht gegen den Hals, sondern «nur» gegen den Bauch gehalten habe.

Die Staatsanwaltschaft verlangte wegen schweren Raubes und weiteren Delikten eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren. Der Verteidiger wehrte sich nicht gegen die Schuldsprüche, setzte sich aber mit 45 Monaten Freiheitsentzug für eine wesentlich mildere Sanktion ein.

Das Gericht setzte eine Strafe von viereinhalb Jahren fest. Der Verurteilte wurde zudem verpflichtet, der Richterin - sie ist heute Mutter - ein Schmerzensgeld von 2500 Franken zu bezahlen. (sda)