Der Mann hatte im Internet Markenartikel angeboten, aber Ramsch geliefert und 60 Personen um rund 250'000 Franken betrogen. Das Bezirksgericht Zürich hatte den heute 34-Jährigen im vergangenen Mai zu einer Strafe von fünf Jahren Freiheitsentzug verurteilt und eine ehemals bedingte Vorstrafe von 15 Monaten widerrufen.

Der mehrfach einschlägig vorbestrafte Beschuldigte trieb ab Oktober 2004 fünf Jahre lang im Internet sein Unwesen. Über verschiedene Auktionsplattformen bot er wertvolle Tahiti- Perlenketten, Mobiltelefone, Notebooks oder Plasmafernseher und einen BMW an.

Dabei versteckte sich der Profibetrüger hinter vermeintlich seriösen Firmennamen. Er kassierte im Voraus den verhältnismässig günstigen Preis und lieferte danach wertlosen Plunder oder gar nichts.

Die Verteidigung hatte Berufung gegen das erste Urteil eingelegt und verlangte Teilfreisprüche, sowie eine Strafsenkung auf zwei Jahre und drei Monate Freiheitsentzug. Die Opfer seien mitverantwortlich und hätten sich naiv verhalten. Der Beschuldigte habe nicht arglistig gehandelt. So sei er beim Verkauf der Plasmafernseher ohne Täuschungsabsicht vorgegangen.

Einschlägig vorbestraft

Die zuständige Staatsanwältin verlangte dagegen eine Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils. Das Obergericht folgte der Anklage und stufte alle Delikte als Betrug ein.

Dennoch senkte das Obergericht die erste Strafe um ein Jahr. Im Vergleich zu anderen Betrugsfällen habe das Bezirksgericht eine zu hohe Einsatzstrafe von dreieinhalb Jahren statt zweieinhalb Jahren eingesetzt, befanden die Oberrichter.

Allerdings widerriefen auch sie die Vorstrafe von 15 Monaten. Der Beschuldigte wurde deshalb nach der Urteilseröffnung von der Polizei wieder ins Gefängnis gebracht. Er war bereits früher mehrmals angezeigt und vier mal festgenommen worden. Seit Herbst 2009 sitzt er im Gefängnis. Dort hat er inzwischen versucht, aus Fruchtsäften illegal Alkohol herzustellen.