Zürich
Viele Unfälle: Stadt soll kostenlose Velokurse anbieten

Im Jahr 2017 gab es in Zürich so viele schwerverletzte Velofahrer wie noch nie. Als Reaktion darauf fordern zwei AL-Gemeinderäte nun in einem Postulat, dass die Stadt kostenlose Velokurse anbietet.

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Velokurse für Erwachsene werden gemäss Pro Velo Zürich kaum nachgefragt. (Symbolbild)

Velokurse für Erwachsene werden gemäss Pro Velo Zürich kaum nachgefragt. (Symbolbild)

Hansjörg Sahli

Die Anzahl schwerverletzter Velofahrer stieg im Jahr 2017 weiter an. Dabei sind zwei Drittel der Fahrradunfälle selbstverschuldet. Nun soll die Stadt kostenlose Velokurse anbieten, fordern die beiden AL-Gemeinderäte Eduard Guggenheim und Michail Schiwow in einem Postulat. Dies sei dringend erforderlich, da die vielen Unfälle bei Tramschienen zeigten, dass Velofahrer in vielen Situationen überfordert seien.

Der Stadtrat solle nun prüfen, wie rasch Kurse angeboten werden können, welche eine sichere Beherrschung der Fahrräder und der Umgang mit Gefahrenquellen verbessern. Mit einer öffentlichwirksamen Aktion könne schon viel gewonnen werden, die Stadt müsse jedoch zusätzlich auch die Infrastruktur verbessern.

Kaum nachgefragt

Pro Velo Zürich ist skeptisch. Erfahrungsgemäss würden Velokurse für Erwachsene kaum nachgefragt. Jene für Kinder seien hingegen gut besucht. Zudem sei die Wirkung von Kampagnen beschränkt, da sie oft jene erreichen, die bereits Gedanken über das richtige Verhalten machen.

Gemäss dem Postulat soll nicht die Stadt für die Kosten aufkommen. Stattdessen sollen sie von Versicherungen und Verkehrsverbänden getragen werden, da diese ein Interesse an sicheren Velofahrern und weniger Unfällen hätten.