Luftfahrt -
Viele Einwände gegen aviatische Nutzung des Flugplatzes Dübendorf

Die geplante zivilaviatische Nutzung des Flugplatzes Dübendorf stösst weitherum auf Kritik. Befürchtet wird unter anderem eine zusätzliche Fluglärmbelastung der Region. Die Anpassungen für den geplanten Innovationspark hingegen werden begrüsst.

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Der Bund will 70 Hektaren vom Flugplatz Dübendorf im Baurecht abtreten –, wenn der Kantonsrat den Innovationspark planungsrechtlich festsetzt.PHOTOPRESS

Der Bund will 70 Hektaren vom Flugplatz Dübendorf im Baurecht abtreten –, wenn der Kantonsrat den Innovationspark planungsrechtlich festsetzt.PHOTOPRESS

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Im vergangenen September hatte der Bundesrat beschlossen, den Militärflugplatz Dübendorf künftig als ziviles Flugfeld und als Basis für die Helikopter der Luftwaffe zu nutzen. Zudem soll auf einem Teil des Areals die Errichtung des Hub-Standorts Zürich des nationalen Innovationsparks ermöglicht werden.

Um diesen Beschluss umsetzen zu können, müssen die Sachpläne des Bundes - Sachplan Militär (SPM) und Sachplan Infrastruktur Luftfahrt (SIL) - angepasst werden. Diese Änderungen wurden den Betroffenen in den vergangenen Wochen zur Anhörung vorgelegt.

Angst vor mehr Lärm

Neben den Stellungnahmen des Zürcher Regierungsrats und der Gemeinden sind 3700 weitere aus der Bevölkerung eingegangen, wie das Bundesamt für Zivilluftfahrt am Donnerstag mitteilte. Beim überwiegenden Teil handle es sich dabei um vorgefertigte Eingaben, die von Privatpersonen unterzeichnet worden seien.

Die Gemeinden und Mitwirkenden sprechen sich gemäss BAZL mehrheitlich gegen eine zivilaviatische Nutzung des Militärflugplatzes aus. Kritisch beurteilt würden vor allem der geplante Standort der Helikopterbasis, die mit der Umnutzung verbundene Erweiterung der Betriebszeiten und grundsätzlich die zusätzliche Lärmbelastung.

Luftfahrt- und Wirtschaftskreise hingegen befürworten die Anpassungen. Dies insbesondere, weil der Flugplatz Dübendorf die einzige zentrumsnahe Alternative zum Flughafen Zürich für die Geschäftsfliegerei sei, wie das BAZL schreibt.

Regierungsrat will SIL-Konzeptteil zurückstellen

Auch der Zürcher Regierungsrat wiederholte in seiner Stellungnahme seine Bedenken zu einer weiteren aviatischen Nutzung "im dichtbesiedelten Gebiet und in unmittelbarer Nähe zum Flughafen Zürich", wie er am Donnerstag mitteilte. Zudem betonte er in der Mitteilung den fehlenden Rückhalt in den Standortgemeinden.

Den Betrieb einer Helikopterbasis für Armee, Kantonspolizei und Rettungsflugwacht befürwortet er hingegen ausdrücklich. Angesichts dieser Ausgangslage fordert der Regierungsrat, die Anpassungen des SIL-Konzeptteils zurückzustellen.

Positiv beurteilt der Regierungsrat hingegen die Anpassungen des Sachplans Militär. Die Standortgemeinden würden dadurch mehr planerischen Spielraum für ihre Siedlungsentwicklung erhalten. Vor allem aber werde damit die Schaffung des Innovationsparks auf dem Flugplatzareal ermöglicht, heisst es in der Mitteilung.

Die Stellungnahmen werden nun ausgewertet und geprüft. Vorgesehen ist, die beiden Sachpläne im ersten Halbjahr 2016 zusammen mit der für die Realisierung des Innovationsparks notwendigen Änderung des kantonalen Richtplans dem Bundesrat zur Genehmigung vorzulegen.