Bereits im Juni 2018 soll in der Zürcher Innenstadt ein Formel-E-Rennen stattfinden. Der Stadtrat hat im Herbst die Bewilligung am Gemeinderat vorbei erteilt. Dies passt nicht allen. Im Gemeinderat sehen die Formel-E-Gegner ihre Chance, durch das Budget den Event doch noch zu verhindern, wie der "Tages-Anzeiger" berichtet.

Für die Parlamentarier der Grünen und der SP gebe es noch zu viele offene Fragen. Die SP sieht dabei Probleme in drei Bereichen: der Sicherheit, der Umwelt und der Budgetierung. "In einem halben Jahr sollen die Rennboliden durch die Stadt rauschen, und es ist noch nicht einmal klar, ob die Feuerwehrleute von Schutz & Rettung Zürich die Streckensicherung übernehmen", wird SP-Gemeinderat Florian Utz in der Zeitung zitiert.

600'000 fehlen im Budget

Zudem belaste jede Grossveranstaltung die Umwelt. Über die möglichen Auswirkungen habe man ebenfalls noch keine Antworten erhalten. Und zuletzt findet die SP die Budgetierung inkonsequent. Das Sicherheitsdepartement listet ihre Ausgaben nämlich auf, das Tiefbaudepartement budgetiert derweil nichts. "Obwohl ja kein Dritter die Strassen ohne Auftrag der Stadt umbauen kann", so Utz. In der Rahmenbewilligung hat der Stadtrat noch 600'000 Franken Ausgaben für Provisorien und Strassenumbauten aufgelistet. Diese fehlen nun im Budget.

Erfolg fraglich

Trotzdem bleibt es fraglich, wie gross die Erfolgschancen für ein Verhindern des Events sind. Eine geschlossene Linke käme im Gemeinderat auf 62 von 125 Stimmen und würde das absolute Mehr nur um eine Stimme verfehlen. Allerdings macht die Alternative Linke (AL) aus "staatspolitischen" Gründen nicht mit, wie der "Tages-Anzeiger" schreibt. "Es ist undemokratisch, eine Veranstaltung, die offiziell durchgeführt werden darf, übers Budget verhindern zu wollen", erklärt AL-Fraktionspräsident Andreas Kirstein. Den Formel-E-Gegnern fehlen somit weitere neun Stimmen.