Zürich
Verurteilt: Banker missbrauchte jahrelang seine zwei Töchter

Ein ehemaliger Angestellter einer Schweizer Grossbank hat während Jahren seine beiden Töchter sexuell missbraucht. Vom Zürcher Obergericht kassierte er dafür am Dienstag eine unbedingte Freiheitsstrafe von vier Jahren und neun Monaten.

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Blick aufs Zürcher Obergericht, wo der Mann Anfangs Monat verurteilt wurde (Archiv).

Blick aufs Zürcher Obergericht, wo der Mann Anfangs Monat verurteilt wurde (Archiv).

Keystone

Das Gericht sprach den Beschuldigten wegen sexueller Nötigung und sexuellen Handlungen mit Kindern für schuldig. In einem 40-seitigen Brief hatte er vor dem Berufungsprozess ein rudimentäres Geständnis abgelegt, zeigte darin aber wenig Reue und kaum Einsicht. Der Beschuldigte habe vor allem sich selbst bemitleidet, erklärte der Gerichtsvorsitzende.

Der 54-jährige Vater stellte die ihm zur Last gelegte Intensität und Häufigkeit der Übergriffe in Abrede. Laut Anklage hatte der langjährige Bankangestellte seine beiden 1987 und 1990 geborenen Töchter in den 1990er Jahren regelmässig sexuell missbraucht.

Die ältere Tochter war gerade zwei Jahre alt, als ihr der Vater zwischen die Beine griff und seinen Finger in deren Scheide einführte. In der Folge verging er sich immer wieder an seinen beiden Kindern. Er beruhigte die Opfer mit der Begründung, dass jeder Vater dies mit seiner Tochter mache.

Die Übergriffe endeten im Jahre 2002, als die jüngere Tochter das zwölfte Altersjahr erreicht hatte. Ein Jahre später liess sich der Schweizer scheiden. Er wurde im Frühjahr 2011 von einem seiner Kinder angezeigt und verbrachte danach ein halbes Jahr in Untersuchungshaft, wo er grundsätzlich zugab, sich an seinen Töchtern sexuell vergangen zu haben.

Das Bezirksgericht Affoltern hatte ihn im Januar 2013 wegen mehrfacher Schändung, mehrfacher sexueller Nötigung, mehrfacher sexueller Handlungen mit Kindern sowie Pornographie zu einer hohen Freiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren verurteilt.

Das Obergericht reduzierte das Strafmass, weil die Delikte vor dem Oktober 1992 verjährt sind. Zudem berücksichtigte es die lange Zeitdauer seit den letzten Taten. Der Ex-Bankangestellte wurde verpflichtet, den psychisch angeschlagenen Töchtern Schmerzensgelder von 25'000 und 12'000 Franken zu zahlen. Ein vom Täter beantragtes Glaubwürdigkeitsgutachen für die ältere Tochter lehnte das Obergericht ab. (sda)