Die geplanten Anpassungen, welche die Personalvorsorge des Kantons Zürich (BVK) auf 2017 vornehmen will, hätten auch an der Uni Zürich für "Verunsicherung und Kritik" gesorgt, heisst es in einem Uni-Newsletter vom Montag.

Die "drastischen "Änderungen" würden es erlauben, den Anschlussvertrag mit der BVK ausserterminlich auf Ende 2016 aufzulösen.

Doch ob ein solcher Schritt im Interesse der rund 4500 Uni-Angestellten ist oder nicht, lässt sich nicht auf die Schnelle beantworten.

Die Universitätsleitung will deshalb einen fünfköpfigen Personalausschuss einsetzen, der im April seine Arbeit aufnimmt.

"Wir erwarten vom Ausschuss eine sorgfältige Prüfung aller möglichen Varianten mit ihren Vor- und Nachteilen", wie Sibylle Dorn, Co-Präsidentin des Vereins des Infrastruktur-Personals (VIP), im Newsletter zitiert wird. Dazu gehöre aus Sicht des VIP auch die Einholung von Offerten anderer Pensionskassen.

Zinssenkung geplant

Kritik gegen die geplanten Änderungen regte sich in den vergangenen Monaten in verschiedenen Gemeinden und Institutionen. Die Gewerkschaft VPOD, die von "BVK-Demontage" spricht, führt auf ihrer Internetseite einen "Protestticker".

Auf das Jahr 2017 soll bei der BVK der technische Zins von heute 3,25 auf 2 Prozent gesenkt werden. Es werden auch die Rentenumwandlungssätze angepasst und es sind höhere Sparbeiträge für Arbeitnehmer und Arbeitgeber vorgesehen.

Laut BVK-Stiftungsrat sind diese Änderungen zur langfristigen finanziellen Sicherung der Renten nötig.

Mit den neuen Grundlagen dürften "die Renten für die heute Versicherten bei den gegenwärtigen Zinserwartungen durchschnittlich 8 Prozent sinken", hält die BVK fest. "Aufgrund der höheren Sparbeiträge kann das modellmässige Leistungsziel gleich hoch gehalten werden."

Externe Studie der Gemeinden

Wegen der Kritik an den BVK-Plänen holte der Verein der Zürcher Gemeindeschreiber und Verwaltungsfachleute eine externe Studie ein.

Diese zeigt, dass die Senkung des technischen Zinssatzes angemessen sei. Die BVK-Leistungen seien "auch nach der Reglementsanpassung und trotz Einbussen bei Altersleistungen infolge Senkung des Umwandlungssatzes vergleichsweise hoch".

Die Verfasser der Studie empfehlen den Gemeinden aber, dass sie prüfen sollten, ob die höheren Kosten des neuen Reglements für Arbeitgeber und Arbeitnehmer noch tragbar seien.

"Vom Regen in die Traufe"

Und sie weisen auch darauf hin, dass "die meisten Vorsorgeträger mit den gleichen Problemen wie die BVK konfrontiert" seien. "Aufpassen, dass man nicht vom Regen in die Traufe kommt."

Die BVK ist die Vorsorgeeinrichtung der Angestellten des Kantons Zürich sowie von 470 angeschlossenen Arbeitgebern. Sie ist gemessen am Vermögen die zweitgrösste Pensionskasse der Schweiz, nach der Pensionskasse des Bundes (Publica).