Bundesgerichtsentscheid
Versuchter Mord des eigenen Kindes: Zürcher Obergericht muss neu entscheiden

Das Bundesgericht hat die Verurteilung eines Vaters zu einer Freiheitsstrafe von 16 Jahren wegen mehrfach versuchten Mordes aufgehoben. Das Zürcher Obergericht muss neu entscheiden.

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Das Bundesgericht hat entschieden: Die Erwägungen des Obergerichts begründen den Schuldspruch wegen mehrfach versuchten Mordes nicht.

Das Bundesgericht hat entschieden: Die Erwägungen des Obergerichts begründen den Schuldspruch wegen mehrfach versuchten Mordes nicht.

Keystone/LAURENT GILLIERON

Wie das Bundesgericht in seinem am Donnerstag publizierten Urteil festhält, vermögen die Erwägungen des Obergerichts einen Schuldspruch wegen mehrfach versuchten Mordes nicht zu begründen. Die Erwägungen seien in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht teilweise fehlerhaft.

Im konkreten Fall hatte ein Vater seinem Baby 2011 und 2012 insgesamt vier Mal heimlich das Beruhigungsmittel Temesta und ein Mal Insulin verabreicht. Das Obergericht Zürich verurteilte den Mann zu einer Freiheitsstrafe von 16 Jahren. Damit erhöhte es die Strafe der Vorinstanz um vier Jahre.

Das Bundesgericht ist zum Schluss gelangt, dass die Feststellung des Sachverhalts willkürlich sei. Zudem habe die Vorinstanz eine allfällige Tötungsabsicht des Vaters bei allen Taten überwiegend mit spekulativen Erwägungen begründet.