Übergriff
Verstoss gegen Antirassismusgesetz, Beschimpfung und Spucken - Neonazi droht Freiheitsstrafe

Gegen einen Neonazi, der am 4. Juli 2015 in Zürich zusammen mit einer rund 20-köpfigen Gruppe Rechtsextremer einen 50-jährigen orthodoxen Juden angegriffen hat, dürfte anfangs dieser Woche Anklage erhoben werden. Das Verfahren ist laut einem Bericht der «NZZ am Sonntag» abgeschlossen.

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Das Bezirksgericht Zürich. (Symbolbild)

Das Bezirksgericht Zürich. (Symbolbild)

Keystone

Wegen Verstosses gegen das Antirassismusgesetz, wegen Beschimpfung und Spuckens beantrage die zuständige Staatsanwältin Susanne Leu eine bedingte Freiheitsstrafe von sieben bis acht Monaten. Weil der Beschuldigte aber einschlägig vorbestraft sei, drohe ihm eine bis zu zweieinhalbjährige Freiheitsstrafe. Ein zweiter Beschuldigter müsse mit einer Geldstrafe rechnen. Die Verfahren gegen drei weitere Beschuldigte würden dem Vernehmen nach eingestellt.

Beim Hauptbeschuldigten Kevin G., der den Juden ins Gesicht gespuckt, geschubst und dabei antisemitische Parolen gerufen habe, handle es sich um einen früheren Sänger der Hassrockgruppe «Amok». Er gilt als Aushängeschild der Schweizer Rechtsextremen-Szene, wie die «NZZ am Sonntag» weiter schreibt. Der gelernte Metzger habe 2007 in Glarus einen Polizisten geschlagen, als er mit Rechtsextremen eine bewilligte Demonstration der Jungsozialisten stören wollte. Weitere Vorstrafen beträfen eine Schlägerei in einer Bar sowie Rassendiskriminierungen und öffentliche Aufforderung zu Gewalt in Liedtexten. (nch)