Posse

Versteift Euch nicht, liebe Zürcher Velofahrer

So fuhr es sich auf dem Velolift im norwegischen Trondheim

So liess es sich auf dem Velolift im norwegischen Trondheim den Hügel hoch fahren.

Zürich will das Velo-Netz ausbauen. Dazu hat der Gemeinderat ein Postulat an den Stadtrat überwiesen: Darin fordern Politiker, den Bau von Veloliften. Was Norwegern in Trondheim bis vor kurzem möglich war, soll also auch in Zürich Realität werden.

Ausgerechnet «Trampe» heisst das elektrisch angetriebene Transportmittel, mit dem sich Velofahrer in der norwegischen Stadt Trondheim bis vor kurzem einen Hügel hoch ziehen liessen. Richtig gehört: Statt damit ins Pedal zu treten, stellten die Benutzer einfach ihren rechten Fuss auf eine an einem Zugseil befestigte Platte. Das im Boden verlegte Seil zog diese samt Fuss, Mensch und Velo die paar Höhenmeter die Strasse hinauf.

Aus purer Bequemlichkeit, dürften sich jene denken, die das Video dazu nicht gesehen haben. Es zeigt nämlich ein anderes Bild als dasjenige völlig entspannter Velofahrer: Da suchen verkrampfte Körper irgendwie Halt auf ihren Drahtesel zu finden, um nicht umzukippen. Da lassen sich einseitig angespannte Muskeln erahnen, die verzweifelt gegen den Mechanismus drücken, um nicht von der Platte wegzurutschen. Nur schon beim Zusehen graust es einem ob dem Gedanken an versteifte Glieder und eingeklemmte Nerven.

Grünliberale Politik

Trotzdem hat der Stadtzürcher Gemeinderat diese Woche ein Postulat der Grünliberalen an den Stadtrat überwiesen. Darin fordern die Urheber, dass die Stadt den Bau von Veloliften prüft. Die Hürde, sich im hügeligen und deshalb anstrengenden Zürich auf dem Velo fortzubewegen, würde dank solcher Installationen sinken. Das wiederum könnte mehr Leute dazu bringen, auf das umweltverträgliche Velo umzusteigen. So die Argumentationslinie.

Man reibt sich verwundert die Augen: Ab aufs Velo, aber bitte etwas mehr Komfort, auch wenn der Stromverbrauch damit weiter ansteigt! Zeigt sich darin nun, wovon bisher niemand wirklich Kenntnis hatte; nämlich worin grünliberale Politik überhaupt besteht?

Was nun in Zürich Stoff für Diskussionen liefert, ist in Trondheim gar nicht mehr in Betrieb. Die Behörden haben den Lift aus Sicherheitsbedenken stoppen lassen.

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