Welche Rolle spielen die Grünen im Stadtzürcher Parlament?

Die Grünen haben einen Wähleranteil von 10,6 Prozent und im 125-köpfigen Gemeinderat 14 Sitze. Sie sind nach der SP (39), SVP (23) und FDP (21) die viertgrösste Fraktion. Mit SP und AL (9) kommen die Grünen auf 62 Sitze. Das bürgerliche Lager vereint 63 Sitze.

Welche Wahlziele haben sich die Grünen gesetzt?

Nachdem die Grünen bei den letzten Wahlen stagnierten, wollen sie nun ein bis zwei Sitze zulegen. «Fast noch wichtiger ist, dass wir mit SP und AL eine links-grüne Mehrheit von 63 bis 65 Sitzen erlangen», sagt Stadtpartei-Präsident Markus Kunz. «Eine bürgerliche Mehrheit im Gemeinderat und eine links-grüne im Stadtrat hiesse Stillstand.»

Wie realistisch sind die Chancen auf einen zweiten Stadtratssitz?

An der Seite des bisherigen Daniel Leupi ist es Karin Rykart zuzutrauen, den vor vier Jahren verlorenen zweiten Sitz zurückzuerobern. Dass in der neunköpfigen Exekutive derzeit nur zwei Frauen regieren (Stadtpräsidentin Corine Mauch und Claudia Nielsen, beide SP), dürfte Rykart helfen. Sie hat zudem viel Rückhalt in der Basis und kennt sich in allen Dossiers aus. Dass sie sachlich diskutiert und als umgänglich gilt, ist kein Nachteil. Jedoch: Angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Gemeinderat und den Abgängen von Gerold Lauber (CVP) und Andres Türler (FDP) haben die Bürgerlichen mit ihren Top-5-Kandidierenden gute Gegenargumente.

Auf wen können die Grünen im Wahlkampf zählen?

Mit ihren Partnern SP und AL treten die Grünen nicht so geschlossen auf wie die Top 5. Die gegenseitige Unterstützung gilt vor allem für die Stadtratskandidierenden.

Wie viel Erfahrung bringen die städtischen Grünen mit?

1986 gewinnen sie auf einen Schlag fünf Sitze im Gemeinderat, 1990 sind es bereits 10. Vier Jahre später halbiert sich die Zahl, dafür wird mit Monika Stocker erstmals eine grüne Stadträtin gewählt. Bis 2006 legen sie auf 14 Sitze zu. 2008 wird Ruth Genner Nachfolgerin von Monika Stocker. 2010 bringt es die Partei dank Leupis Erfolg erstmals auf zwei Stadtratssitze. Als Genner 2014 nicht mehr antritt, schicken die Grünen VCS-Geschäftsführer Markus Knauss ins Rennen. Er scheitert an Filippo Leutenegger (FDP).

Wofür kämpfen die Grünen?

Zuletzt haben sie sich erfolgreich für ihre Anliegen eingesetzt: bezahlbarer Wohnraum, Massnahmen zur Erreichung der 2000-Watt-Gesellschaft, bessere Bedingungen für Velofahrende, Schutz der Grünflächen sowie Kinderbetreuung für alle. Zu den neuen Zielen zählen die Einführung von Tagesschulen, der Ausbau des Velo- und Fussverkehrs sowie die Idee einer City-Card, die Ausländern mehr Rechte zugestehen soll.

Wie hoch ist das Wahlkampfbudget der Grünen?

Für den Gemeinderat beträgt es laut der Partei 160'000 Franken. Zudem stehen Leupi und Rykart durch Parteigelder, Eigenmittel und Spenden 150'000 Franken zur Verfügung.