Rapperswil-Jona
Verletzte sind nach Schiessunfall beim Filmdreh wohl auf

Zwei der drei Personen, die beim Filmdreh in Rapperswil-Jona verletzt wurden, waren zwölf Tage in Spitalpflege.

Ramona Nock
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Ob die Waffen defekt waren, ob das Problem beim Waffengeschäft lag oder die Verletzungen auf den falschen Gebrauch der Waffen zurückzuführen sind, diese Fragen bleiben vorerst offen. (Symbolbild)

Ob die Waffen defekt waren, ob das Problem beim Waffengeschäft lag oder die Verletzungen auf den falschen Gebrauch der Waffen zurückzuführen sind, diese Fragen bleiben vorerst offen. (Symbolbild)

Hans Christof Wagner

Der Schock dürfte bei den Betroffenen noch immer tief sitzen: Zum Unfall mit Schusswaffen, der sich Ende Januar bei einem Filmdreh in der Joner Boomerang-Bar ereignete, laufen noch immer die Ermittlungen. Inzwischen wurden alle Verletzten aus dem Spital entlassen; zwei der drei Personen mussten rund zwölf Tage in Spitalpflege bleiben. Dies teilt die Staatsanwaltschaft St.Gallen auf Anfrage mit. Alle drei waren am Oberschenkel verletzt worden, eine Person geringfügig. Eine 24-Jährige wurde mit dem Helikopter ins Spital geflogen.

Wie es zu den Verletzungen kommen konnte, sei noch immer Gegenstand der laufenden Untersuchung, heisst es bei der Staatsanwaltschaft. «Fest steht, dass die Schussabgabe vorsätzlich erfolgte. Jedoch wurde nicht mit solchen Verletzungen gerechnet», sagt die Medienbeauftragte Beatrice Giger. Ob die Waffen defekt waren, ob das Problem beim Waffengeschäft lag oder die Verletzungen auf den falschen Gebrauch der Waffen zurückzuführen sind, diese Fragen bleiben vorerst offen.

Der Filmproduzent äusserte sich in den Medien, er habe die «Pump-Action-Shotguns» mit Platzpatronen bei einem Schweizer Waffenhändler gekauft und gehe von einem Defekt aus. Seitens der Polizei sind verschiedene Einvernahmen von Beschuldigten und Geschädigten geplant. Ausserdem habe man ein Gutachten in Auftrag gegeben.

Keine Drehbewilligung

Offen ist auch, welche strafrechtlichen Konsequenzen auf den Produzenten des Actionstreifens zukommen werden. Fest steht zurzeit nur: Der Filmdreh mit Waffen wurde weder bei der Kantonspolizei St.Gallen noch bei der Stadtverwaltung Rapperswil-Jona angemeldet. «Die Verantwortlichen hätten gemäss Polizeireglement der Stadt Rapperswil-Jona für den Filmdreh auf öffentlichem Grund eine Bewilligung benötigt», sagt Beatrice Giger. Dies, weil mehrere Szenen auf einer öffentlichen Strasse auf­genommen wurden. Dies stelle einen «gesteigerten Gemein­gebrauch» dar. Barbesitzer ­Manuel Rigamonti erinnert sich an eine Szene, in der die Schauspieler mit dem Töff auf die Terrasse des Lokals zufuhren.

Die in der Boomerang-Bar gedrehte Filmszene wurde inzwischen herausgeschnitten, sagt Produzent Peter Organ. Gemäss kalifornischen Gesetzen dürften keine echten Unfälle gezeigt werden. Sein Actionfilm «Smokers» wurde im Restaurant Doppio Gusto in Feusisberg fertiggedreht. Organ ist froh, dass es den Schauspielern inzwischen wieder besser geht. «Wenn man dem Publikum einen realistischen Film näherbringen will, sind die Dreharbeiten oftmals nicht ganz ungefährlich. Es kann immer etwas passieren, selbst mit den besten Vorsichtsmassnahmen», sagt er.

Trotz des Erlebten will er auch künftig in der Schweiz drehen, «um die hiesige Filmindustrie zu fördern». Barbesitzer Manuel Rigamonti will indes künftig genau prüfen, wofür er seine Bar zur Verfügung stelle. Grundsätzlich sei er aber weiterhin offen; ein gewisser Werbe­effekt für seine Bar sei nicht von der Hand zu weisen.