Verkehrsinfrastruktur
Rückschlag für die Standortsuche der Zürcher S-Bahn Serviceanlagen: Drei Gemeinden gestrichen

Die Suche nach neuen S-Bahn Serviceanlagen gestaltet sich in Zürich schwierig. Nach heftiger Kritik werden nun drei Standortgemeinden aus dem bisherigen Plan herausgelöst. Diese seien zuvor nicht stark genug eingebunden worden.

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Die künftigen Standorte für die Serviceanlagen müssen nun neu evaluiert werden.

Die künftigen Standorte für die Serviceanlagen müssen nun neu evaluiert werden.

Keystone

Nach teils heftiger Kritik aus den betroffenen Regionen macht der Zürcher Regierungsrat bei der Suche nach Standorten für neue S-Bahn Service- und Abstellanlagen einen Schritt zurück. Die vorgeschlagenen Standorte werden aus einer laufenden Richtplanteilrevision herausgelöst und unter Einbezug von Gemeinden und Bevölkerung neu beurteilt.

Standorte werden neu evaluiert

Wie Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh (FDP) und Baudirektor Martin Neukom (Grüne) am Dienstag an einer Medienkonferenz sagten, sollen alle möglichen Standorte noch einmal neu evaluiert werden. Dabei sollen die Standortgemeinden und die Bevölkerung verstärkt einbezogen werden. «Wir wollen den Variantenfächer noch einmal öffnen», sagte Neukom.

Heftige Kritik wegen hohem Flächenbedarf

Grund für den Neustart der Standortsuche sind zahlreiche negative Rückmeldungen auf die vorgeschlagenen Standorte in Bubikon, Hombrechtikon und Eglisau. Die Anlagen werden benötigt, um die Zürcher S-Bahn wie geplant auszubauen.

Der Gemeinderat von Hombrechtikon etwa wehrte sich vehement gegen den vorgeschlagenen Standort nördlich des Bahnhofs Feldbach. Sowohl in Hombrechtikon als auch an den anderen Standorten wird unter anderem der hohe Flächenbedarf für die Anlagen kritisiert. Bei der Anlage in Hombrechtikon beträgt dieser drei bis vier Fussballfelder.

Erneute Auflage erst in zwei Jahren

Die drei Standorte werden deshalb aus der laufenden Richtplanteilrevision 2020 herausgelöst. Mit einer erneuten öffentlichen Auflage ist in rund zwei Jahren zu rechnen.

Völlig frei sind die SBB und der Kanton Zürich bei der Standortsuche jedoch nicht. Laut Linus Looser, Leiter Produktion Personenverkehr bei den SBB, sollen die Anlagen möglichst nahe bei Abgangs- und Endbahnhöfen gebaut werden. So könnten Leerfahrten vermieden werden.

Nach der Aufnahme in den kantonalen Richtplan würden die Projekte den normalen Bewilligungsprozess für Bauvorhaben durchlaufen. Die Inbetriebnahme der Anlagen ist erst Anfang des nächsten Jahrzehnts geplant.

Zum Ausbauschritt «STEP 2035», den der Bund mit über 5 Milliarden Franken finanziert, gehören zahlreiche grosse Infrastrukturprojekte in der Region Zürich, so etwa der Ausbau des Bahnhofs Stadelhofen und der Brüttenertunnel. (sda)

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